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Kleiner Wagen auf großer Fahrt

Inzwischen ist das Diorama, dass ich für den Wettberwerb „ocTRAINber“ des Brick Modell Railroaders erstellt habe, fertig gebaut und fotografiert.

Durch Michel (MTM) wurde ich auf den OcTRAINBer 2020 aufmerksam. Und sein erstes Foto zum Wettbewerb sollte, wie sich später herausstellt, auch meine Idee befruchten. Danke, Michael!

Zunächst hatte ich überlegt, was ich gerade im Bau habe:

  • eine V36 mit Steuerwagen. Das gibt halt einen Zug, aber kein Diorama. Die V36 verkehrte in den 50er Jahren in mehreren Ballungsräumen mit Personenzügen im Wendezugbetrieb. Die V36 ist kein wirklich eigenes Werk, sondern eine (noch nicht final fertiggestellte) Modifikation nach der Bauanleitung von bricks-on-rails.de.
  • einen württembergischen Einheitsbahnhof mit einem Stückchen Schmalspurbahn. Da komme ich mit zwei Grundplatten kaum nicht hin. Außerdem stehe ich mit dem Modellen noch ziemlich am Anfang. Aber das wird bestimmt mal ein tolles Modell.
  • etwas mit meinen Formsignalen. Beispielsweise die Signalbrücke von Thiergarten im Donautal.
  • mein Wattenweiler. Würde in die größte Kategorie passen und wurde fertig und zum ersten mal nach dem 1. August 2020 präsentiert. Aber die ersten Baufotos wurden vor mehr als einem Jahr veröffentlicht. Also leider für den Wettbewerb nicht neu genug.

Daher zurück zu Michael. Das erstes Foto seines Wettbewerbsbeitrags mit der 9V-Kreuzung hat mich an die kleine 90°-Kreuzung von Trixbrix erinnert. Und an das, was ich daraus schon immer mal bauen wollte: Einen Schuppen für die Bahnmeister-Draisine Klv 12. Da diese Draisinen über eine Hebevorrichtung für den Fahrtrichtungswechsel verfügen, wurden deren Schuppen häufig rechtwinklig zum Gleis angeordnet.

Von diesem Draisinentyp hat die Deutsche Bundesbahn zwischen 1953 und 1962 knapp 700 Exemplare beschafft. Damit sollte fast jede Bahnmeisterei über ein solches Gefährt verfügt haben. Angetrieben wird die Draisine mit einem vom Käfermotor abgeleiteten VW-Industriemotor mit 28 PS. Die Höchstgeschwindigkeit des „Kleinwagen mit Verbrennungsmotor“ beträgt 60 km/h. Da der Kleinwagen die Schaltkontakte der Bahnübergänge sowie den Streckenblock nicht sicher auslöst, mussten die Fahrten mit der Draisine fahrdientlich besonders behandelt werden.

Um wenigstens gewisse Chancen im Wettbewerb zu haben, wollte ich in der kleinsten Kategorie starten. (maximal zwei Grundplatten). Eigentlich wollte ich mit einer Platte auskommen, am Ende wurden es schließlich anderthalb Platten. Zudem ist schnell-bauen nicht mein Ding, daher lieber klein bleiben. Passt auch besser zu einem Kleinwagen. Den Klv 12 hatte ich bereits gebaut. Auch mit dem knuffigen Vorbau der frühen Ausführungen. Mit Drehvorrichtung, wenn auch nicht ausfahrbar.

Fotos von einem Schuppen, der mir als passendes Vorbild hatte ich zunächst nicht wirklich gefunden. Nur ein paar Fotos von Modellbausätzen. Als Dach wollte ich die rostig bedruckten 6×8-Slopes verwenden. Damit es zur Breite des Schuppens passt wurde das Dach nicht spitz, sondern in eine Richtung geneigt. Für die Verschalung mit Brettern habe ich die bereits in Wattenweiler bewährte Snot-Bauweise mit 1×4-Steinen mit 4 Frontpins sowie Fliesen zurückgegriffen. Später fand sich im ungarisch-rumänischen Grenzgebiet noch ein beängstigend gut passendes Vorbild.

Um das Modul auch mal anderweitig einsetzen zu können habe ich mich, wie bereits in Wattenweiler, an dem LEN-Standard orientiert. Abweichend vom Standard habe ich zusätzlich Magnete verbaut, um die Module sicher zusammenzufügen. Zudem werden die Grundplatten mit doppelseitigem Klebeband auf eine 4mm Sperrholzplatte geklebt. Dadurch lassen sich vor allem größere Module sicher transportieren.

Nachdem der Prototyp des Schuppens stand, zeigte sich dass ich noch etwas Deko benötige. Eine herbstliche Birke. Und eine Wellblechhütte. Und ein Fußwegübergang mit Umlaufschranke. Also eine halbe Platte mehr. Das Diorama bleibt klein. Mit dem zum Oktober gehörenden Herbst ist leider nichts geworden, da ich mich, von Jojo inspiriert, für die kleinen Blätter entschieden habe. Herbstliche Farben gibt es da nur bei Bluebrixx (gelb) und direkt in China (bright orange, orange). Zwischen Entscheidung und Abgabetermin reiche die Zeit leider nicht mehr aus, alle passenden Farben zu erhalten.

Der Bau der Wellblechhütte war eine Herausforderung, da auf Grund der verwendeten Gitterfliesen einerseits alles unterbaut sein muss, anderseits die Wände aber nicht zu sehr auftragen dürfen. Auch das möglichst zumindest halbwegs rundes Dach, ebenfalls aus Gitterfliesen, darf nicht zu sehr auftragen. Die gefundene Lösung erscheint mir akzeptabel.

Der Fußgängerübergang meines Diroramas ist mit einer Umlaufschranke gesichert. Zusätzlich ist hier auch ein Blinklicht angebracht. Das kommt beim Vorbild nicht häufig vor, aber es ist realistisch. Das habe ich vor allem gemacht, um die Blinklichter aus dem Set 7866 „Remote Controlled Road Crossing“ von 1983 mal einzusetzen. Diese orientieren sich recht nahe an deutschen Vorbildern.

Das Umlaufgitter entstand, aus der Not heraus, aus Roboterarmen und 3L-Laerschwertern. Die roten (und andere) Laserschwerter hatte ich erst kurz zuvor beim Kundendienst geordert, da man diese immer gebrauchen kann und diese dort günstig zu bekommen sind.

Auf den Lichtbaustein und die massiven Stecker wollte ich jedoch verzichten. Passen doch handelsübliche 5mm-LED genauso in die Lichtöffnung des Blinklichts. Statt des Originalen Blinkgebers habe ich den Bausatz „Velleman MK102 Blinklicht“ verwendet. Abweichend von der Bauanleitung sind die LED nicht auf der Platine verlötet. Wenn man die beiden Kondensatoren und Transistoren liegend montiert, passt die Elektronik vollständig in des nach LEN gebaute Schotterbett. Mit schwarzem Schrumpfschlauch habe ich die Kabel zur LED ein wenig getarnt.

Extra für den Wettbewerb habe ich mir noch eine große Lichtbox gekauft. Dieses Modell lässt sich sehr einfach zusammenklappen und so leicht verstauen.

Im Wettbewerb sind ganz fantastische Modelle eingereicht worden. Daher rechte ich mir keine all zu großen Chancen auf eine Platzierung aus. Dennoch fühle ich mich zwischen all den fantastischen Baumeistern nicht deplatziert. Das ist – auch ohne Preis – ein gutes Gefühl.

Ach ja: Am Abend der Abgabe kam mir, kurz vor dem Einschlafen, noch eine Idee für eine Szenerie, die ebenfalls hervorragend in den Wettbewerb gepasst hätte. Vielleicht realisiere ich die mal später.

Auf der ein oder anderen Ausstellung wird das Modul bestimmt zum Einsatz kommen.

mal was Kleines

Ben hat bereits vor einigen Jahren einen Klv 11 oder 12 gebaut. Schon damals hat mich das kleine Fahrzeug sehr imponiert. Auch wenn ich diesen Fahrzeugtyp nie bewusst im Einsatz erlebt habe, so hat es mich schon immer interessiert. Schließlich hingen an meinem Heimatbahnhof nahe dem Blockkasten für den Streckenblock Warnschilder „Kleinwagen“. Diese mussten, so wurde mir erklärt, bei jeder Kleinwagenfahrt angebracht werden, da Kleinwagen den Streckenblock nicht sicher auslösen würde. Das unterscheidet diese Fahrzeuggattung von den Schwer-Kleinwagen (SKL).


Immerhin konnte ich 1984 noch ein solches Fahrzeug, abgestellt im Ausbesserungswerk Nürnberg, fotografieren.
Klv 12, Kl 12-4976, AW Nürnberg, 03,08.1984

Noch etwas knuffiger ist die Ausführung von Alpers, hier der Klv 12-4341 der erliner Eisenbahnfreunde auf einem Foto von „Johannes“.
Dampflokfahrt Industriebahnen im Süden Berlins

Im Rahmen meines „Wattenweiler“-Moduls habe ich die Idee des Klv 12 wieder aufgenommen. Dadurch, dass der Bereich unterhalb der Zierleiste auf dem Kopf stehend gebaut wurde, konnten die Räder teilweise hinter Panelen verschwinden.

Im Rahmen des Bauwettbewerbs „ocTRAINber“ des Brick Model Railroader entstand die Idee mittels einer kurzen 90°-Kreuzung einen Draisinenschuppen zu bauen. Die Draisine verfügt über eine Hebevorrichtung, mit der diese auf der Stelle gedreht werden kann.

Für den Wettbewerb habe ich auch eine Anleitung für zwei Ausführungen der Draisine sowie der zugehörigen Hebevorrichtung erstellt:

Das war noch Blech!

Inselfest Baienfurt 1987
„Das war noch Blech!“ – diesen Ausspruch wird der Besitzer eines Mercedes/8 oder eines anderen, einen soliden Eindruck machenden Oldtimers sicher nicht mehr hören können. Wer allerdings ein wirklich sattes Türschließgeräusch erleben möchte, dem sei eine Fahrt in „Umbauwagen“ empfohlen. Die massiven, einflügeligen Türen benötigen beim Schließen zwar einen gewissen, nachdrücklichen Schwung. Aber dann sind sie auch zu. Heute wäre der Einsatz dieser Wagen im Planverkehr undenkbar. Schließlich sind diese weder mit einer automatischen Schließvorrichtung, noch mit einer Türblockierung ab 0 km/h („TB0“) ausgestattet.
jetzt real gebaut: vierachsiger Umbauwagen B4yg
Diese Bauart entstand in großer Zahl zwischen 1953 und 1961 auf den auf ein einheitliches Maß gebrachten Fahrgestellen veralteter Wagen aus der Länderbahnzeit. Insgesamt entstanden in den Ausbesserungswerken der Deutschen Bundesbahn 6.583 dreichsige sowie 1.821 vierachsige Wagen. Entsprechend stark präsent waren diese Wagen in der Dampflokzeit auf den Strecken der Bundesbahn. Ausgemustert wurden die letzten Wagen Dreiachser Mitte der 80er, die letzten Vierachser Anfang der 90er. Recht viele Wagen sind heute bei Museumsbahnen im Einsatz. Von meiner ersten Studentenbude an der Rothaarbahn aus war ich noch gelegentlich Fahrgast in diesen Wagen – die ich bei Auswahlmöglichkeit stets den n-Wagen (Silberlinge) vorgezogen habe.
noch digital: vierachsiger Umbauwagen B4yg

Ausgehend vom Modell von jtlan habe ich meien Interpretation des Vorbilds umgesetzt. In 9er Breite, in dunkelgrün und in baldiger Hoffnung auf dunkelgrüne Eisenbahnfenster von Bluebrixx. Die Fenster habe ich wenige Minuten nachdem mich die Mail über die Verfügbarkeit erreicht hat bestellt. Bereits nach wenigen Tagen waren sie vergriffen. Da war es schlau, schnell zugeschlagen zu haben. Hier scheint man offensichtlich den Nerv der Noppenbahner getroffen zu haben.
Auch die ein Vermögen kostenden dunkelgrünen 1×2 Fliesen sollen bei BB im Anmarsch sein. Hier war kein Zurückgreifen auf kompatible Elemente erforderlich, denn hiervon ich habe noch einige Originale im Bestand. Oberhalb der Türen könnte auch weniger auffällig auf 1×1-Fliesen oder schwarze Exemplare zurückgegriffen werden.
Zug aus Umbauwagen hält in Wattenweiler
Da es die in den Türen verwendeten Eisenbahnfenster 1x2x3 (4035) nirgends und von keinen Hersteller in dünkelgrün gibt, habe ich ganz frevelhaft zur Spraydose gegriffen. Bei MG-Prime gibt es Lacke in Pantone-Farben. Christopf Bartneck hilft, den richtigen Ton zu treffen.

Größere Verrenkungen hat das Dach erfordert, damit es eine schöne, runde Form erhält. Neben einem Berg Kurvenslops ist zudem eine Menge an Brackets und Platten erforderlich, die die Unterkonstruktion des Daches Bilden. Da sich über den Fenster keine Noppen befinden dürfen, wurde auf die Minifiguren-Standplatte 3×4 zurückgegriffen. Diese gibt es bei Bluebrixx in dunkelgrün.

Ich hoffe, irgendwann wird es die bisher nur im Stadion und im Fiat vorkommenden Bogensteine 65734 auch mal in grau geben wird. Immerhin sind diese mit dem Flügel jetzt auch in schwarz herausgekommen. Dann wird die Dachkonstruktion um einiges einfacher. Und das Dach lässt sich noch eine Plattenhöhe tiefer legen, so dass noch vorbildgerechteres Aussehen möglich wird.

Als der Prototyp noch nicht so fotogen war, habe ich erste Gehversuche mit stud.io unternommen. Eigentlich kann ich mich mit dem digitalen Bauen nicht so recht anfreunden. Lieber baue ich mit Steinen in der Hand, probiere aus und schaue. An dieser „Mischbauweise“ könnte ich für mache Projekte durchaus gefallen finden. Einige Ideen sind mir eher beim digitalen Bauen gekommen, andere bei manuellen Experimenten. Hilfreich ist das Digitalbild auch für den Abgleich mit dem Original. Ich bin, bis auf das derzeit kaum anders zu lösende Dach, mit dem Ergebnis zufrieden.

Die Abweichungen am Drehgestell sind kein Fehler. Das Minden-Deutz-Drehgestell weist einen längeren Radstand (2500 mm) als das meist nur bei den Gepäckwagen verwendete Schwanenhals-Drehgestell (2150 mm) auf.
MD41 Drehgestell für meine Umbauwagen
Insgesamt sind vier Wagen im Bau. Zwei mit ausschließlich zweiter Klasse, eine Wagen 1./2. Klasse (AB4yg) sowie einen mit Gepäckabteil (BD4yg). Und davor Werners V100 – das ergäbe einen schicken Zug. Vermutlich muss ich mir allerdings noch Gedanken um kugelgelagerte Achsen machen, sonst dürfte der Zug zu schwer rollen.
Sonderzug zum Start der Allgäu-Zollern-Bahn, Aulendorf, 28.05.1983
Gegenüber den heutigen Wagen haben diese klassischen Fahrzeuge noch einen manchmal sehr wichtigen Vorteil. Ein heutiger Doppelstockwagen transportiert sitzend für bis zu 142 Reisende. Für diese steht eine Toilette bereit. In den Umbauwagen gab es je Wagenseite, die 1. Klasse ausgenommen, hingegen eine Toliette. Also meist zwei Toiletten für 80 Reisende.

76 148 Ffm
76 148 Ffm von Hugh Llewelyn

Übrigens habe ich meine einzige Entgleisung in einem Umbauwagen erlebt. Beim „Inselfest“ an der Papierfabrik Baienfurt 1983. Die Fabrik existiert nicht mehr, die Strecke auch nicht. Immerhin ist die Dampflok der Papierfabrik erhalten geblieben und steht im Eisenbahnmuseum Nördlingen regelmäßig unter Dampf.
Entgleisung Inselfest Baienfurt Juli 1983

Ski und Rodel gut mit dem VB 141

Für den Transport von Skiern mit den Ausflugstriebwagen von der Reichsbahn ein entsprechender Anhänger konzipiert, aber nicht realisiert. Mitte der 50er griff die Bundesbahn diese Idee auf und lies ein entsprechendes Fahrzeug bauen. Auch wenn die Anhänger tatsächlich mit den Aussichtstriebwagen VT90 und ET91 zum Einsatz gekommen sind, die größere Zahl diente dem Transport von Fahrrädern und Reisegepäck mit den einmotorigen Schienenbussen VT95.

Hinter dieser Typbezeichnung verbirgt sich ein seltener Anhänger für den einmotorigen Uerdinger Schienenbus VT95. Damit konnten einige Fahrräder oder Gepäck mitgenommen werden, auch wenn der Triebwagen ohne Beiwagen, der über ein Gepäckabteil verfügt, unterwegs war. Nicht einmal Wikipedia hat ein Bild von diesem Fahrzeug.

Das urige Verhikel war zwischen 1952 und 1961 im Einsatz. Lediglich im Raum Passau hielten sich noch zwei Anhänger bis 1968.

Wie so häufig waren die Wege beim Bau des Modells mal wieder ziemlich verquer. Angeregt durch das aktuelle Modell von Feanor001, das widerum stark von Flogo inspiriert ist wollte ich eigentlich einen der beiden aus dem Serien-VT95 umgebauten Indusi-Messwagen nachbauen. Nachdem ich Flogos Modell telweise nachgebaut hatte, viel mir eine Maßskizze des Uerdingers in die Hände. Der Schienenomnibus von Flo ist zwar wunderschön, für einen 1:42-Fetischisten wie mich aber viel zu klein. Also ein Neubeginn, wenn auch weiter unter Verwendung vieler von Flos Ideen. Doch der Triebwagen muss noch auf seine Fertigstellung warten. Im Zuge der weiteren Recherche bin ich auf den Anhänger gestoßen, der als Fingerübung vor dem roten bzw. gelben Blitz entstanden ist. Zumal ich ein Faible für Vorbilder habe, die aus Klemmbausteinen bisher noch nicht realisiert wurden. Ehrensache, dass dem Anhänger auch ein VT95 folgen muss.

Auch wenn ich das Modell aufklappbar gestaltet habe. Fahrräder lassen sich darin leider nicht transportieren. Immerhin passen ein paar Koffer hinein. Und, da der Schienenbus mitunter auch als Ferkeltaxi verspottet wurde, taugt er aucvh als Schweineanhänger. Hier mit Tieren aus chinesischer Produktion.

Es hat mir viel Freude bereitet, dieses Modell zu bauen. Der Grundkorpus stand innerhalb von Minuten und entsprach bereits nahezu dem fertigen Modell. Allerdings gab es eine Vielzahl von Verfeinerungen, die nach und nach durchgeführt wurdem. Lampen, Kupplungsattrape, Standfüße und vor allem die zumindest einseitig zu öffnende Haube. Was mir besonders gefällt: trotz der Funktionen ist das Modell, bis auf die Beschriftung, völlig puristisch gebaut. Ich bin schon gespannt, wie sich der Anhänger fahren wird. Ich fürchte, da wird noch etwas Ballastgewicht erforderlich sein.

Immer eine Überraschung

Das Stöbern bei Bricklink bringt immer wieder Überraschungen. Seltene Teile, Teile die es nicht geben sollte. Shops, bei deren Preise man glaubt, dass diese ausschließlich auf den Dummen warten, der jeden Tag aufstehen soll. Schnäppchen. Und vor allem die ganz normalen Steine, die man so dringend benötigt. manchmal auch in der großen, benötigten Menge.

Immer wieder stößt man auch auf Shops von Leuten die man persönlich kennt. Läden, ganz in der Nachbarschaft, von denen man nichts wusste. Oder auch auf Namen, die man dort nicht vermutet hat. Bei meinem letzten Einkauf bin ich über einen Namen und ein Logo gestoßen, dass ich zwar kenne, bisher aber nicht im Ansatz mit Klemmbausteinen in Verbindung gebracht habe. Obwohl man sich dort bereits 1974 mit der Produktion von Teilen aus ABS beschäftigt hat.

Heute ist die Zender GmbH aus Mülheim-Kärlich als Bricklink-Händler aktiv. In den 70ern bis 90ern kannte man die Firma vor allem als Tuning-Firma, die jährlich einen dicken Katalog herausbrachte. Und dafür gesorgt hat, das so mancher „GTI“ sich heute nicht mehr im Originalzustand befindet.

Den Bausparvertrag doch nicht kündigen

Leider gibt es seit fast zehn Jahren keine neuen Sets mehr, in denen die Eisenbahnfenster (4033 bzw. 6556) verbaut sind. Das ist schade, denn die abgerundeten Ecken und die bündigen Fensterrahmen der Übersetzfenster tragen erheblich zur gelungenen Optik eines Schienenfahrzeugs bei.

Vor einiger Zeit hatte ich bereits bei Aliexpress einen Händler Rahmen gefunden, der Entsprechendes im Angebot hat. Wenn auch nur in weiß und braun und ohne Scheiben. Immerhin, die braune Farbe gab es beim Original nie in einem Set.

Gerne hätte ich diese Rahmen auch im besonders teuren beige („tan“) gehabt. Diese gab ausschließlich in dem arg kurz geratenen „Emerald Night“ 10194. Doch für diese werden gebraucht rund sieben, neu sogar zehn Euro aufgerufen und bezahlt. Pro Fensterrahmen und ohne Scheibe. Das ist mir bei aller Liebe zu Bausteinen und Eisenbahn doch arg viel.

Inzwischen bin ich diesbezüglich fündig geworden. 11,63€ kosten aktuell zehn Rahmen inklusive Scheiben und Versand. Das passt eher zu meinen Preisvorstellungen. Und der Bausparvertrag bedarf keiner Kündigung.

Sobald die Testbestellung eingetroffen ist, erfolgt ein Update.

Interessanter Laden…

Am Rande des Stonewars-Artikels zu dem Flörsheimer Händler, wieder mal eine tolle Recherche – danke für dieses Werk, las ich in einem der Kommentare von „gobricks“ hinten denen sich wohl ein ziemlich großer Hersteller recht hochwertiger Elemente verbergen soll.
Mittels Online-Übersetzer kommt man mit der Seite klar. Auch ohne Übersetzer kann man in die Suche eine Designnummer eingeben und erhält das entsprechende Teil in den verfügbaren Farben angezeigt.
Leider scheint ein Versand nach Europa nicht vorgesehen zu sein. Da wird man sich wohl eines Dienstleisters bemühen müssen oder Bekannte fragen, ob die nicht Bekannte fragen können…

Bis auf ganz wenige Ausnahmen scheint es dort leider nur Formen zu geben, die es auch beim Original gibt. Eisenbahnfenster haben sie auch nicht im Programm. Dafür ist die Zahl der Varianten meist deutlich größer. Vieles gibt es auch in gülden oder transparent. Sandgrün hat dort übrigens den Farbcode 048.
Mal schauen, wann ich mir eine eigene Meinung zu diesem Anbieter bilden kann. Ganz oben auf meiner Liste stehen die
Brick, Modified 1 x 2 x 1 1/3 with Curved Top (6091) – in transparent.

Blaue Steine

Ein Akteur, der im Markt der alternativen Klemmbausteine mitmischen möchte ist die Firma Bluebrixx® aus dem hessischen Flörsheim. Dabei handelt es sich um keinen kleinen Newcomer oder Startup, sondern um ein Firma mit personellen und örtlichen Überschneidungen des Modellautoversenders „Modell Car World®“. Ob es sich dabei um einen Robin Hood, einen engagierten tüchtigen Geschäftsmann oder jemanden der auch mal über die Bande spielt handelt, kann und will ich nicht bewerten.

Von besonderem Interesse sind für mich die angebotenen Einzelsteine.

Die Auswahl ist groß, aber im Online-Shop kaum sinnvoll zu sortieren. Hier würde ich mir vor allem die Möglichkeiten wünschen
– nach Farben zu sortieren
– nach IDs oder Beschreibungen zu sortieren.
Der wichtigste Filter ist jedoch vorhanden: „nur verfügbare Anzeigen“.

In dem Angebot findet man neben vielem, dass auch aus Billund zum fairen Kurs erhältlich wäre auch einige Elemente in Farbvarianten, die aus Dänemark nicht oder im Zweitmarkt nur zum abstrusen Kurs erhältlich sind. Formen die es von Marktführer nicht gibt, findet man bei Bluebrixx leider derzeit nicht. Aus meiner Sicht wäre ein großes Angebot an beim führenden OEM nicht erhältlichen Elementen eher als ein günstiger Preis geeignet, bislang auf „ihren“ Hersteller fixierte AFOL zum Nachdenken zu bringen.

Im Nordosten von NRW sind übrigens auch von mir begeistert aufgenommenen Mauerecksteine erhältlich.

Als mich die Mail erreichte, dass jetzt neu-dunkelgraue Eisenbahnwindschutzscheibenrahmen (Windscreen 2 x 6 x 2 Train 13760/31592) erhältlich seien, habe ich diese sowie einige weitere Teilepacks mit Farbvarianten, die ich direkt in China so einzeln nicht gefunden habe, geordert.

Die weitere Ablauf war so, wie man es von einem Händler mit langjähriger Erfahrung im eCommerce erwartet. Bestellbestätigung, Versandbenachrichtigung und zügige und gut verpackte Lieferung. Besonders hat mir das Papier als Füllmaterial gefallen. Bei manchen Einkäufen muss man die Ware zwischen Styroporflocken suchen. Nicht nur für die Umwelt ein meist vermeidbares Ärgerniß. Der Versand erfolgt hier übrigens nicht mit der für umfangreiche Diskussionen sorgenden Tochter der französischen Post, sondern mit DHL.

Die Qualität der Steine ist im obersten Bereich der mit bekannten Chinaware. Absolut in Ordnung. Gute Klemmkraft oben, bei einigen Steinen gefühlt eine geringfügiger geringere, aber absolut akzeptable Klemmkraft an der Unterseite. Die Farben passen gut und sind über die Lieferung hin konstant. Das ist aus meiner Sicht sogar deutlich besser als bei der Premiummarke. Die transparenten Steine erscheinen leicht milchig, aber diesbezüglich ist der Marktführern den preiswerteren Anbietern bereits gefolgt.

Eine dänische Scheibe passt prima in den chinesichen Rahmen, sitzt aber etwas locker. In diesem Fall völlig egal. Das dänische Scharnieroberteil sitzt im chinesichen Unterteil etwas straff. Da ich dieses jedoch für nicht bewegliches verwenden möchte kommt mir das an dieser Stelle ganz recht.

Über weitere Nachrichten zur Verfügbarkeit von mir erwarteter Farbvarianten würde ich mich freuen.

die Firma erfüllt mir einen Herzenswunsch

Eines der lange schmerzlich vermissten neueren Teile ist das 1x3x3-Fenster 51239. Bisher war es nur in dem wenig brauchbaren Dark Purple erhältlich. In den 2020er Set 31105 Townhouse Toy Store ist dieses Teil nun auch in tan erhältlich.

Bisher bin ich der Einzige, der dieses Teil auf seiner Bricklink-Wanted-Liste hat.

Auch wenn ich mich sehr über diese neue Farbvariante freue, wird es wohl kaum an mir gelegen haben. Ich werde schauen, dass ich zügig einige davon bekomme. Ein Straßenbahnwagen wartet darauf, dass die selbstgedruckten Rahmen durch ein Originalteil ersetzt werden können.

Hallo Billund, in weiß und rot hätte ich das Teil gerne auch noch. Und 1x4x3-Fenster in orange und sandgrün. Leider wird dieser Ruf wohl ungehört bleiben. Dennoch danke für dieses schöne Weihnachtsgeschenk.

Es ist nicht alles black was glänzt

Nur wenige Monate, nachdem Lebkuchen und anderes weihnachtliches Gebäck seinen Platz in den Supermarktregalen gefunden hat, naht das Weihnachtsfest tatsächlich. Auch wenn es für viele Arbeitskräften unerreichbar ist, so gibt es dennoch viele Berufstätige, die sich über ein 13. Monatsgehalt, „Weihnachtsgeld“ oder eine anderweitige Sonderzahlung freuen können. Die Ende November/Anfang Dezember auf deren Konto bezahlt wird.

Der Handel hat seine Strategien gefunden, dieses Geld möglichst schnell abzugreifen. Und „Black Friady“, Black Week“ und andere finstere Sonderaktionen erdacht. Bisweilen gibt es sogar recht gute Angebote. Meist mehr, als der Geldbeutel zulässt.

Heute hat der Newsletter einer selbst im Ausverkauf stehenden Supermarktkette erreicht. Sagenhafte 270€ soll ich beim Kauf des Liebherr-Baggers sparen. Denn die UVP würde 599,00€ betragen. Dem Kundigen stechen sofort die fehlenden 99 cent auf, mit denen die UVP der Produkte aus Billund stets enden. Beim Nachschlagen auf der Herstellerseite stehen dann auch 449,99 €. Die Ersparnis liegt somit 120,99€ niedriger als versprochen.

Eigentlich ist der aufgerufene Preis vergleichsweise günstig. Daher vermute ich hier wirklich einen Recherchefehler und keine böse Absicht. Dennoch tut man gut daran, im Rabatttaumel stets zu überlegen, ob man das gepriesene Produkt wirklich besitzen möchte und ob der günstige Preis wirklich ein solcher ist.

Da dieser Bagger noch nicht in Preisregionen angekommen ist, zu denen ich schwach werden würde bleibt er im Regal stehen. Und wenn er irgendwann einmal ausgelaufen ist, bin ich auch nicht traurig darüber.