Aus drei mach zwei – ADMZPs!


Auf seinem letzten Besuch bei uns in diesem Jahr brachte der DHL-Zusteller noch einen etwas größeren Karton aus China mit.

Nachdem die bestellten Einzelteile einen brauchbaren Eindruck hinterlassen haben, habe ich es riskiert, ein ganzes Set zu kaufen.

Für 36.50 US-$ zzgl. 2,52 $ Versand hatte ich das Set
The City Park Pirate Ship Model Building Kits, das vom Hersteller Winner unter der Set-Nummer 7033 geführt wird, gekauft.

Das Set habe ich am 11.12. bestellt. Die Lieferzeit geht angesichts des günstigen Versand mehr als in Ordnung. Größter Unsicherheitsfaktor ist dabei allerdings der Zoll. Eine Bricklink-Bestellung lag dort schon mal einen ganzen Monat.

Setidee und Spielwert

Gefallen hat es mir, weil es sich bei der Schiffsschaukel nicht um die dreise Kopie eines Sets handelt. Das Drachenthema verbinde ich mit China, daher finde ich das für chinesische Klemmbausteine ein passendes Vorbild. Ich hoffe, niemand raubt meine Illusion, indem er einen Link zu Ideas oder zu einem MOC eben dieses Modells parat hat. Für die Idee und bautechnische Umsetzung gibt es die vollen 100%.

Preiswürdigkeit

Mit 38€ (mit Einfuhrumsatzssteuer 45€) für 710 Teile kostet das Set etwa die Hälfte dessen, was ein Original-Set kosten würde. Im Gegensatz zu den Vorbildern wird man kaum eine Chance haben, einen nennenswerten Teil davon beim später Wiederverkauf zurückzuerhalten. Daher ist es meines Erachtens eigentlich zu teuer. Allerdings kann man unter diesem Gesichtspunkt eigentlich nur Sondersteine oder Nachbauten exorbitant teurer ausgelaufener Sets akzeptieren. Ich vergebe für die Preiswürdigkeit dennoch 70%.

Anleitung


Die Bauanleitung ist über jeden Tadel erhaben. Die Schritte sind vernünftig gegliedert und umfassen mehrere Teile, so dass sich selten Zweifel ergaben ohne dass ein Aufgeblähter Eindruck entsteht. Die Länge der Liftarme ist zusätzlich angegeben.
Die Teile sind grob nach Baufortschritt in einzelne Tüten gepackt.
Verglichen mit dem Vorbildstandard vergebe ich für die Anleitung 110%.


Figuren

Die sieben Figuren, nicht jedoch deren Zubehör, sind in eine eigene Tüte gepackt. Die Gesichter sind leicht asiatisch gezeichnet. Zudem ist der Aufdruck der Gesichter bei einigen Figuren zu weit nach oben gerutscht. Die Großmutter hat übrigens silberne Haare. Mal was anderes. Das Aussehen und die Haptik entspricht weitgehend dem Vorbild. Allerdings sitzen die Beine leicht locker im Oberkörper. Ebenso verhält es sich mit den Händen in den Armen. Diese verdrehen sich bei geringer Last selbständig. Auch wenn nicht viel zu guten Figuren fehlt. Für das heute gelieferte vergebe ich nur 65%.

Qualität

Gleich zu Beginn des Baus gab es Probleme mit der Passform. Eine kippellige Grundplatte, diese wölbte sich um etwa einen Millimeter, nervte mich sehr. Die Grundplatten, übrigens zwei Platten 16×32 in Plattenstärke die es so aus Billund nicht gibt, waren nicht verzogen. Nach einigem Probieren das ganze in verschiedenen Kombinationen besser aufgebaut zu bekommen habe ich zwei LEGO®-Balken 1×16 aus meinem Vorrat geholt und eingebaut. Und schon lag die Grundplatte so auf dem Tisch auf wie man es kennt. Solche Probleme sind mir von LEGO-Sets oder beim Bauen von MOCs in normaler Größe unbekannt.
Die Farben waren gleichmäßig und weitgehend im Ton zum Billunder Original passend. Lediglich die Gotöne, waren, ebenso wie beim Vorbild, marmoriert.

Weitere Probleme mit der Passform sind nicht aufgetreten. Die Klemmkraft der Steine ist sowohl untereinander, als auch mit dem Original verbaut gut. Hin und wieder wirken die Steine etwas weniger scharf gezeichnet. Die Technik-Balken waren hingegen leicht scharfkantig. Insgesamt ist die Qualität, die ich über Passform und Haptik definiere ordentlich. Die meisten Teile sind bedruckt. 80% vergebe ich hier.

Sonderteile

Anhand des Fotos im Online-Shop hatte ich keine beim Vorbild nicht erhältlichen Sonderteile erwartet. Nur von vielen in Gold nicht erhältlichen Teilen bin ich ausgegangen.

Beim Bauen ist sind mir
– ein Teller 9×9 mit Loch für einen Technik-Pin in weiß-bedruckt
– eine Platte 2×5 in rot, grün und gold
– Invers-Seteine mit 65° (1x2x2) und 33° (2x2x2/3), beide in gold
– eine Platte 1×2 mit abgerundeten Ecken in schwarz
– ein kompakter Clip (gold)
– ein Bracket 1×1 – 1×1, ein halbiertes 99781 in rot
– sowie, m.E. der Clou in dem ganzen Set, ein „aus-Drei-mach-zwei-Plättchen“ in schwarz.

Das ADMZP wäre wirklich hilfreich. Das will ich auch, am besten von unserem geliebten dänischen Hersteller haben. In dem Set wurde es verwendet, um die Sitze mit einer halben Noppe Abstand zur Außenwand zu befestigen. Eine Aufgabenstellung, die ich schon häufiger hatte und mit AZMEPs nur mäßig befriedigend lösen konnte.

Auch das halbe Bracket hätte ich gerne in größerer Menge und verschiedenen Farben.

Für einen Volltreffer bei den Sonderteilen vergebe ich gerne die vollen 100%.

Zusammenfassung und Fazit
Setidee/Spielwert: 100%
Preiswürdigkeit: 70%
Anleitung: 110%
Figuren: 65%
Qualität: 80%
Sonderteile: 100%

Mit 88% als Mittel der einzelnen Kategorien hinterlässt die Schiffsschaukel bei mir einen soliden Eindruck. Dennoch ist vor allem bei der Fertigungspräzision der Unterschied zum Original noch deutlich erkennbar.

Schade, dass in der Anleitung keine Website des Herstellers angegeben ist. Sonst hätte ich glatt versucht, Elemente einzeln zu erhalten.

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