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das Rad neu erfunden (3)

Inzwischen dreht auch der erste Prototyp-Fahrgestell seine Runden über den Testparcours um zu schauen, ob die Räder auch in der Praxis taugen. Im Zuge dieser Tests wurde das Spurkranzprofil überarbeitet.

Wenn aus dem Torso mal eine Lok wird, kann der Motor leider keinen Platz mehr finden. Dennoch ist die Württembergische T5 (Reichsbahn/Bundesbahn Baureihe 75.0) ein dankbares Versuchsobjekt. Soll das vor fast 100 Jahren entstandene Vorbild doch über ausgezeichnete Laufeigenschaften verfügt haben. Leider wurden alle Vorbildexemplare verschrottet.

mal was kryptisches

Auf Grund der Vielzahl der möglichen Rädervarianten – alleine im Umzeichnungsplan von 1967 der Deutschen Bundesbahn sind 30 Dampflokbaureihen enthalten – werden zumindest in der Erstauslieferung nur wenige Räder enthalten und als STL-Dateien beigefügt sein.

Für das Erstellen eigener Räder ist es erforderlich, sich mit OpenSCAD zu befassen und nur an den richtigen Stellen die Variablen zu verändern.

Für den Druck mit Filamenten in zwei verschiedenen Farben kann eingestellt werden, ob nur der Radreifen oder nur die Radscheibe gerendert werden soll. Zudem könnt ihr hier schnell einstellen, ob das Rad mit oder ohne Spurkranz gedruckt werden soll.

//bei zweifarbigem Ausdruck getrennte Objekte für Radreifen und Radscheibe
Radreifen = 1;
Radscheibe = 1;
// für Räder mit und ohne Spurkranz
Spurkranz = 1;
//Beschreibungstext auf der Innenseite
Txt = 1;

Der Beschreibungstext ist erst beim Druck mit feiner Düse, z.B. 0,2 mm, erkennbar. Dieser kann helfen, die losen Räder passend zuzuordnen.

Die Auflösung der Kreisobjekte ist so voreingestellt, dass der Umfang größerer Objekte detaillierter dargestellt werden. Voreingestellt sind:


fnDetail = RadDurchmesser*pi/2;
fnGrob = 18;
$fn = fnGrob;
.

So bleiben die Rechenzeiten und Dateigröße bei sinnvoller Qualität im Rahmen.

der Standard

Für die ganzen Parameter, über die erst das Rad definiert wird habe ich default-Werte festgelegt. Wenn diese verändert werden, hat das Einfluss auf alle Räder, da nur die vom default abweichenden Größen individuell definiert werden.

// Default-Werte; Änderungen wirken sich auf alle Räder aus!
RadDurchmesser = 24.00;
SpurkranzHoehe = 3.20;
RadBreite = 0.93;
GesBreite = 1.00;
SpeichenAnzahl = 0;
SpeichenWinkel = 0.00;
Nabenwinkel = 0.00;
Kurbelzapfen = 0;
Kurbelkreuz = 0;
NabeD = 1.00;
Gegengewicht = 0;
GgwRadius = 0.00;
GgwIDurchm = 8*NabeD-0.2;
GgwVersatz = 0.00;
GgwWinkel = 0.00;
RiA2 = 1.00;
Haftreifen = 1.10;
Achsstand = 5.00;
Huelse = 0.25; //Objekt zum Druck ca. 2mm in z-Richtung verschieben und mit Stützmaterial drucken

Mindestradius = 40.00;
Spurweite = 4.00;
GleisInnen = 2.80; // Rillenbreite
// Ende Default-Werte

kleines Rad

Mit ganz wenig Werten ist ein kleines, schmales Vollrad definiert.
Beschreibung = "kleines Rad"; //d=525mm
RadDurchmesser = 22.5;
RadBreite = 2/3;
Haftreifen = 0;
Achsstand = 4;

Speichenrad für den G8.1-Tender

Auch ein Speichenrad für einen Tender oder Wagen benötigt auf Grund des fehlenden Stangenantriebs nur wenige Angaben.
Beschreibung = "Speichenrad Tender 3T16,5"; //d=1000 mm
RadDurchmesser = 24;
SpeichenAnzahl = 11;
Haftreifen = 0;
Achsstand = 13;

etwas komplizierter, die 50

Ein „normales“ Dampflokrad ist an der Baureihe 50 verbaut. Vor allem für das Gegengewicht sind zahlreiche Parameter zu definieren. Erst beim genauen Hinsehen erkennt man, dass die Gegengewichte nur selten symmetrisch angeordnet sind.
Beschreibung = "BR 50 Treibrad Achse 3";
RadDurchmesser = 33.6;
SpeichenAnzahl = 15;
SpeichenWinkel = 180;
Kurbelzapfen = 1;
NabeD = 1.35;
Gegengewicht = 1;
GgwVersatz = 530/1400;
GgwRadius = 1000/700;
GgwWinkel = -7.43;
Achsstand = 10;

Die dreizylindrige Krönung

Noch toller wird es bei dreizyindrigen 01.10. Da die Räder hier nicht um 90°, sondern um 120° versetzt sind, muss die Radnabe (Nabenwinkel) auf einer Seite gegenüber dem Kurbelzapfen verdreht werden. Somit ist für jedes der 6 Treib- bzw. Koppelräder eine eigene Datei erforderlich.
Beschreibung = "BR 01.10 Treibrad vorne links";
RadDurchmesser = 48;
SpeichenAnzahl = 21;
Nabenwinkel = 30;
Kurbelzapfen = 1;
NabeD = 1.5;
Gegengewicht = 1;
GgwVersatz = 0.339;
GgwRadius = 2.5;
GgwWinkel = -62.58;
Achsstand = 14;
Mindestradius = 56;

das Dreibein

Das "Dreibein" V60 (DB) bringt eine weitere Eigenheit mit. Hier sind die Speichen außen vollständig abgerundet. Dafür habe ich den Parameter für die äußere Abrundung der Speichen (RiA2) nach oben gezogen.

Beschreibung = "V60 DB - Achse 1"; //d=1250 mm
RadDurchmesser = 32.0;//32.14;
SpeichenAnzahl = 13;
SpeichenWinkel = 180;
Kurbelzapfen = 1;
NabeD = 1.30;
Gegengewicht = 1;
GgwVersatz = 0.39;
GgwRadius = 2.5;
GgwWinkel = -5;
RiA2 = 99; //max
Achsstand = 13;

zum Vergleichen

Zum Vergleichen die Durchmesser der verschiedenen fertigen Eisenbahnräder.
klein: 8.2 mm
alt: 14.6 mm ohne Haftreifen
normal: 17.0 mm 55423
BBB S: 17.6 mm
Shupp MS: 20,5 mm
BBB M: 24.0 mm
Schupp M: 24,0 mm
Shupp ML: 27,9 mm
Dampflok: 30.0 mm 85489a/b
BBB L: 30.4 mm
Shupp L: 30,5 mm
BBB XL: 36.8 mm
Shupp XXL: 43,6 mm

die Kalibrierung

Die grundsätzlichen Abmessungen der Elemente sind ebenfalls in der Datei festgelegt. Falls der Drucker so eingestellt ist, dass der Prüfquader in korrekter Größe hergestellt wird, kann ggf. – mit entsprechender Vorsicht – hier nachjustiert werden. Die Achsmaße (AchsBreite, AchsLaenge) sind für strammen Sitz und somit ggf. etwas knapp bemessen. Bei Bohrungen sollte AchsLaenge nicht vergrößert werden, sondern mittels Handreibahle nachbearbeitet werden.

// Kalibrierung
SteinBreite = 8.00;
SteinHoehe = 9.60;
Luecke = 0.10;
Luecken = 2*Luecke;
Wandstaerke = 1.40;

AchsBreite = 1.88;//1.85;
AchsLaenge = 4.90;//4.85;
AchsKrWinkel = 1.25;
AchsInkreisD = 0;//3.3;

NoppenDaussen = 4.95; //V1=4.80
NoppenDinnen = 3.30; //V1=3.25
NoppenHoehe = 1.80;

BodenHoehe = 2.25;//SteinHoehe/4.5;
BodenSeitRohr = 1.30; //alter Wert 1,20

FaseD = 6.20; // Durchmesser der Bohrung um Technik-Loch
FaseT = 0.85; // Tiefe der Fase

Das Rad neu erfunden (1)
Das Rad neu erfunden (2)
Das Rad neu erfunden (3)
Das Rad neu erfunden (4)

das Rad neu erfunden (2)

Wie bereits im ersten Teil gezeigt, habe ich mich aufgemacht, ein eigenes Eisenbahnrad zu entwickeln. Wie meist konstruiere ich nicht eine Lösung für einen einzelnen Anwendungsfall, sondern ein Universaltool, mit dem aus einer Konstruktion viele Ausgabeprodukte entstehen können. OpenSCAD ist dafür eine großartige Hilfe.

Im Laufe eines Jahres und einiger dutzend gedruckter Prototypen schritt die Konstruktion eines eigenen Eisenbahnrads weiter voran. Dabei flossen neben Verbesserungen auch weitere Konfigurationsmöglichkeiten ein.

Die Treibräder einer 01.10 entstammen einem früheren Entwicklungsstand, aber sind trotzdem ganz nett anzusehen. Auch wenn die Konstruktion inzwischen in einigen Details weiter verbessert wurde.

Neben der grundlegenden Geometrie der Elemente können spezifisch für das jeweilige Rad eigenen Parameter definiert werden. Im Laufe der Entwicklung und der Beschäftigung mit Rädern des Vorbilds haben sich die definierbaren Parameter fleißig vermehrt. Die Bedeutung der Werte werden in einer der Datei beigefügten PDF erklärt.

das Lastenheft

Neben der freien Konfigurierbarkeit von Durchmesser und Speichenzahl waren mir einige Unterschiede zu den bekannten Rädern wichtig.

  • die Montage von Haftreifen ist möglich
  • geeignet für zweifarbigen Druck mit unterschiedlichen Farben für Radreifen und Radscheibe
  • der Spurkranz tritt leicht gegenüber Nabe und Gegengewicht zurück
  • die Speichen weisen einen abgerundeten Querschnitt auf
  • die Speichen laufen in Richtung vom Radreifen zur der Radnabe leicht spitz zu
  • das Gegengewicht ist nicht zwingend zentrisch platziert
  • an Achsstand und Radius angepasste Spurkranzbreite
  • der Übergang von der Speiche zum Radreifen ist partiell abgerundet
  • der Durchmesser der Radnabe ist konfigurierbar

Um die Merkmale eines Dampflokrades überhaupt zu verstehen, waren einige Original-Konstruktionszeichnungen, die ich im Historischen Eisenbahn Archiv von Peter Zander erworben habe, sehr hilfreich.


Die Räder für eine Seite einer „01“. Die Druckdauer liegt je nach Qualität und Drucker im Bereich eines Arbeitstages. Für die 01.10 wäre das Kurbelkreuz auf der gegenüberliegenden Seite auf Grund der 120°-Teilung des Dreizylindertriebwerks versetzt.

Räder, Gegengewicht und Koppelstange für eine Jung R42C in der Ansicht des Sclicers.
Druckdauer in mittlerer Qualität und 25% Infill knapp 2 Stunden. Benötigtes Material: 5m Filament (1,75mm). Die Kosten für Material und Stromkosten betragen weniger als einem Euro.

Hintergründiges zur Konstruktion

Die Räder werden nur in seltenen Fällen radial angeordnet sein. An dem Funktions-Prototyp der V65 mit Beugniot-Hebel ist gut zu erkennen, wie groß der Winkel zwischen Rad und Schiene werden kann.

Dementsprechend kann der Spurkranz mit der Schiene in Konflikt geraten. Aus diesem Grund wird der Spurkranz in der Modellumsetzung ggf. bei kleinen Radien, größeren Radständen und größeren Rädern schmaler ausgeführt. Das notwendige Maß ist in der Konstruktion vollständig verformelt.

Zusätzlich ist die entsprechende Herleitung in Tabellenkalkulations-Form enthalten.

Damit sinnvoll Räder unterschiedlicher Größe in einem Fahrzeug verbaut werden können, sollte die Differenz der Räder („RadDurchmesser“) in einem vielfachen einer halben Plattenhöhe (1,6 mm) stehen). Die weitere sinnvolle Differenz ergibt sich aus der Bautechnik und natürlich dem Vorbild.

Gedruckt habe ich bisher auf dieser Basis Räder für Dampfloks der Baureihen 01, 50 und 55, deren Tender sowie der Stangen-Diesel-Lokomotiven V60 (DB), V65 und Jung R42C. Die zugehörigen Loks werden sicher nach und nach folgen.

Als Haftreifen verwende ich O-Ringe in einem Millimeter Breite. Angegeben ist der Innendurchmesser. Für ein 26mm-Rad ist somit ein Ring 24,0×1,0 erforderlich. Oder einige mm enger. Die Ringe gibt es günstig in China.

Normalerweise kann sich die Breite der Treib bzw. Schubstange mit einer halben Steinbreite an den schmalen Technic-Liftarmen orientieren. Bei seitenverschieblichen Achsen kann ein Abstand zwischen Rad und Treibstange sinnvoll sein. Mit entsprechendem Drucker können die Treibstangen auch zweifarbig ausgeführt werden, wie z.B. hellgrau/rot für viele Bundesbahnloks.

Die Treibstangen stellen hohe Anforderungen an die Maßhaltigkeit. Bereits Abweichungen im Bereich von einem halben Prozent führen zu einem schwergängigen Fahrwerk. Daher sollte gerade hier gewissenhaft die Längenausdehnung des Materials (z.B. bei ABS) überprüft werden.

Neues aus der Werkstatt

Inzwischen ist der Flashforge Finder wieder verkauft. Statt dessen habe ich, wieder von Flashforge und wieder gebraucht gekauft, einen Creator Pro im Einsatz. Dieser verfügt über ein größeres, beheiztes Druckbett mit dem endlich auch das ersehnte ABS gedruckt werden kann. Zudem verfügt er über zwei Druckköpfe, so dass mehrfarbige Teile entstehen könne. Wie rote Eisenbahnräder mit grauen Radreifen.

Als Slicer setze ich nicht mehr das zum Drucker gehörende Flashprint ein, sondern habe mir nach langem Überlegen und einigem Ausprobieren für das nicht ganz billige Simplyfy3D entschieden.

Mit denhttps://blog.5zu6.de/wp-admin/edit-tags.php?taxonomy=post_tag Ergebnissen von Drucker und Slicer bin ich, nach gewisser Lernkurve, ziemlich zufrieden. Auch wenn es sicher viele andere gute Drucker und Slicer gibt.

Das Rad neu erfunden (1)
Das Rad neu erfunden (2)
Das Rad neu erfunden (3)
Das Rad neu erfunden (4)

das Rad neu erfunden (1)

Vorweg. Das Rad wurde, trotz der reißerischen Überschrift, nicht neu erfunden. Aber es wurden neue Wege zu vorbildgerechteren Rädern gefunden. Auch wenn dieser heute mal nicht über China, sondern über den 3D-Drucker führt. Ein paar Lösungen aus den Frühzeiten wurden bei 1000steine.de zusammengetragen.

Da die Datei zur Zeit nicht bei Thingiverse erhältlich ist habe ich sie auf meinem eigenen Webspace bereitgestellt.
STL und SCAD-Dateien für mein Eisenbahnrad_V18

Einer der Bereiche, in denen Custom-Parts eher akzeptiert werden, sind Eisenbahnräder. Weil es bis zum 2009 erschienene Emerald Night kaum Möglichkeiten gab. Und es bei Rädern, anderes als bei anderen fehlenden Bauteilen, kaum sinnvolle Lösungen für Workarounds gibt.

bestehende Lösungen

Bei vielen werden vor allem die Spitzguss-Räder von Big Ben Bricks verwendet. Auch die über den 3D-Druck-Dienstleister Shapeways erhältlichen Räder von Shupp finden eine gewisse Verbreitung. Bein Thingiverse gibt es zudem ein konfigurierbares Eisenbahnrad von Thidney.

Jason Steinhurst hat die verschiedenen Rädergrößen zusammengestellt:
All The Currently Available, Lego Compatible, Train Wheel Sizes

wir haben die Kraft

Ein Nachteil der BBB-Räder und der Shupp-Räder sind die fehlenden Haftreifen. Im 3D-Druck stehen hinter der entsprechenden Nut nur ein paar Zeilen.

weil mir das nicht ausreicht

Für meine Vorbilder erschienen mir diese im Vergleich zu früher großartigen Möglichkeiten immer noch nicht ausreichend. Die Lücke zwischen dem ganz kleinen Eisenbahnrad mit einem Durchmesser von 8,2 mm (2927/50264) und dem normalem Eisenbahnrad mit 17 mm Durchmesser (55423c01) gab den Anstoß, etwas eigenes zu entwickeln.


Die erste Vorschau-Ansicht eines Treibrad-Satzes für eine 01.10. Für die andere Seite ist die Achse um 30° gedreht, da es sich um eine Dreizylinder-Lok handelt.

weiteres Radzubehör

Neben den Rädern sind Treibstangen und, für Dieselloks mit Stangenantrieb ein Gegengewicht am Blindwellenantrieb, notwendig.

Gedruckte Treibstangen sind beispielsweise beim US-amerikanischen Bricklink-Händler zephyr erhältlich.

Wird fortgesetzt.

Das Rad neu erfunden (1)
Das Rad neu erfunden (2)
Das Rad neu erfunden (3)
Das Rad neu erfunden (4)

Babylon Billund

Nach und nach wird die alte „Power Functions“-Antriebstechnik durch ein neueres System abgelöst, dass nicht mehr Infrarot, sondern Bluetooth für die Übertragung zwischen Sender und Empfänger nutzt. Der Titel „Power Functions 2.0“ wird nicht verwendet, statt dessen wird das System unter

We Doo bei der nicht im normalen Handel „Education“-Reihe
Boost im Rahmen der „Creative Toolbox“ 17101
Powered Up beim Batmobil 76112 sowie den neuen Zugsets sowie
Control+ bei den künftigen Technic-Sets

vermarktet.

Es ist zwar schön, dass die Sachen untereinander kompatibel sind. Aber vielleicht wäre es geschickter gewesen, den Produkte unter einem einheitliche Namen zu vermarkten.

Für die nähere Beschäftigung mit dem System ist die Einführung von Werner/Lok24 sehr hilfreich.

Nachtrag vom 03.04.:
Die Sprachverwirrung geht weiter. Im Rahmen der (nicht im normalen Handel erhältlichen) education-Reihe gibt es jetzt ein „Spike“-Set, dass ebenfalls mit den vorgenannten kompatibel sein dürfte. Was kommt da noch auf uns zu?

Bricklink-Hack

Besonders interessieren mich neue Teile und dabei vor allem neue Formen. Während Brickset primär auf die Datenbanken des LEGO®-Kundendienst zurückgreift („Steine und Teile“)und dementsprechend schnell ist, verfügt Bricklink über eine eigene Systematik. Dort muss erst mal jemand das neue Set in Händen halten, die neuen Formen oder Farbvarianten einpflegen. Diese müssen von den Administratoren geprüft und freigegeben werden. Anschließend kann das auf Basis dieser Teile das neue Set erstellt werden. Das ist etwas langsamer, ermöglicht es aber auch Feinheiten in den Teilen zu berücksichtigen, die an offizieller Stelle unter „Weiterentwicklung“ fallen und keine Beachtung finden.

Ein Weg zu neuen Teilen in Bricklink geht über die Suche oben auf der Startseite.

Am besten dort gleich „Catalog Items“ auswählen.

Dort muss „Parts“ wenn es um Teile geht, ausgewählt sein. Es ist meist am Interessantesten, sich die neuesten Teile zuerst anzeigen zu lassen. Also Sort by: Date und Order: Down. Ggf. kann die Suche noch auf ein bestimmtes Jahr eingeschränkt werden.

Und dann „Go!“ – Halt. Man wird eine Menge Teile angezeigt bekommen, die sich nur durch Bedruckung oder gar Aufkleber von Vorhandenem unterscheiden. Mittels Minuszeichen können diese von der Suche ausgeschlossen werden. Zudem interessieren mich neue Duplo-Teile nicht wirklich. Also steht im Suchfenster „-pattern -sticker -duplo“. Ggf. könnte das noch durch ein „-minifig*“ oder andere Ausschlüsse ergänzt werden.

Da Bricklink die URL vollständige URL nicht immer in der Adresszeile des Browsers anzeigt, hier noch mal die angepasste Adresse fürs Lesezeichen: https://www.bricklink.com/catalogList.asp?pg=1&q=-pattern+-sticker+-duplo&catLike=W&catType=P&sortBy=D&sortAsc=D&v=1.

Die beste aller Neuheiten

Seid wenigen Tagen sind die neuen Sets bei Shop@Home erhältlich. In vielen Geschäften, so auch beim Rossmann in meinem Wohnort, gab es die Neuheiten bereits kurz vor Weihnachten. Besonders angetan hat es mir das Set 70841 Bennys Weltraum-Team.

Für 9,99€ UVP erhält man vier Minifiguren, etwas Zubehör sowie einen kleinen Roboter, ein Raumschiff sowie ein Mondauto. Im Vergleich zu den Minifiguren-Sammeltüten ist das ein fairer Preis. Preis und Inhalt passen zu den anderen Starter-Packs der City-Reihe.

Die Figuren sind kommen im üblichen Classic-Space-Gewand. Benny hat dabei traditionell einen Helm mit durchgebrochen dargestelltem Kinnbügel und einen abgewetzt erscheinenden Brustaufdruck. Die Bekleidung seiner drei KammeradInnen ist hingegen neuwertig. Für die anderen Figuren wird, anders als bei der grünen Yve aus dem EXO SUIT 21109, eine Neuauflage des nur bis 1987 verwendeten altem Helm mit schmalem Kinnbügel und großem Gesichtsfeld verwendet. Erstmalig auch in der Farbe rosa. Auch sonst ist die Farbgebung weitgehend klassisch, vom neuhellgrau einmal abgesehen.

Benny hat sein übliches Grinsegesicht, wenn auch in einer neuen Variante. Die drei anderen kommen hingegen klassisch daher.

Was mir auch noch aufgefallen ist. Das Set ist für die Altersklasse „5+“ freigegeben. Andere Sets „eigenen“ sich nur für eine arg begrenzte Altersklasse. Wahrscheinlich wäre die Empfehlung „40-55“ hier ehrlicher gewesen, auch wenn die Bautechniken keine Herausforderung an 5-Jährige stellen.

überraschend gut

Sets bewerte ich weniger nach dem Bauvorschlag, sondern vor allem nach den enthaltenen Teilen. Ein wichtiger Indikator ist der für mich der Quotient aus Wert der enthaltenen Teile (tatsächlich bei Bricklink erzieltem Preis) und meinem Kaufpreis.
Bei ziemlich vielen Sets dümpelt dieser knapp über 1. Bei wenigen, guten Sets zum Schnäppchenpreis auch mal in Richtung 2. Mehr ist selten.

Der diesjährige Friends-Adventskalender 41353 hat viel Schelte erhalten müssen. Ohne Figuren wird der diesjährige Friends-Adventskalender dessen eigentliche Zielgruppe wahrscheinlich auch nicht besonders ansprechen. Und weil die Figuren fehlen, hat LEGO® diesmal 10€ auf die UVP aufgeschlagen und ruft heuer 29,99 € als UVP auf. Auch wenn dafür mehr Steine enthalten sind – über 500 sind enthalten – scheint sich der Kalender nicht besonders gut zu verkaufen. In den Läden sind häufiger größere Mengen verfügbar. Dementsprechend hoch sind die Rabatte. Ich habe meine Exemplare am 1.12. für 9,99€ bei Völkner erstehen können (kurzzeitiges Sonderangebot, leider ausgelaufen). Abwegig finde ich den Gedanken nicht, die letzten Exemplare zwischen den Jahren für 5€ in der Grabbelkiste erstehen zu können.

Meine Auswertung mittels Brickstock zählt 556 Teile in 201 Lots. Mit einem Teilewert von über 33€. Selbst wenn man die rosa- und lilafarbenen Teile ignoriert, bleibt immer noch ein Wert von über 29€. Zumindest reduziert könnte sich das lohnen, auch wenn nur wenig besonders spannende Teile dabei sind.

Besonders freue ich mich über diese Teile:
4x 2423
5x 17485
2x 25214

29 Posten mit 196 Teilen sind 5mal oder mehr enthalten. Das ist besser als in mancher Steinebox. Ich denke, damit kann man etwas anfangen.

Für eigene Auswertungen stelle ich die Brickstock-Datei des Sets zur Verfügung.

Für den AFOL vergebe ich das Testurteil „überraschend gut“. Für die eigentlich anvisierte Zielgruppe reicht es nur zu einem „nicht empfehlenswert“. Für mich bleibt ein fader Geschmack. Denn der Adventskalender

  • taugt m. E. auf Grund fehlender Figuren und Tiere nichts für die Zielgruppe
  • wirkt gegenüber den Kalendern der Wettbewerber lieblos
  • der Kalkulator hat eigenwillige Prämissen bei der Gestaltung der UVP gesetzt
  • vergrault den Handel, der möglicherweise größere Mengen unterhalb des eigenen Einkaufspreises verramschen muss

Auch wenn ich mich als AFOL über diese preiswerte Ergänzung meines Steinevorrats freue. Ich wünsche ich mir künftig wieder erfolgreichere Produkte. Auch in diesem Segment. Das was bereits über die kommenden Neuheiten bekannt ist, lässt hoffen, dass die Firma mit dem Sortiment für das kommende Jahr wieder mehr richtig macht.

viel dahinter

Eigentlich könnte es auch ein ganz normales Altstadt-Wohnhaus sein. Nur die zwei Tore zeigen, dass sich dahinter etwas verbirgt. Feuerwehrautos? Eine kleine Autowerkstatt? Ein Fuhrunternehmen? Viel mehr! Hinter dem Betriebsgebäude Oberstraße 11 in Aachen mit seinen zwei Toren verbarg sich eine rund 150 Meter lange, zweigeschossige Wagenhalle mit zehn Gleisen. Da die parallele Scheibenstraße abschüssig ist, wurde die Halle teilweise zweigeschossig ausgeführt. Der von der Hein-Janssen-Straße angefahrene ‚Güterkeller‘ verfügte über sechs weitere Gleise.

Die Klemmbaustein-Umsetzung des Themas ‚Aachener Straßenbahn‘ beschäftigt mich in den vergangenen zwei Jahren intensiver. Angefangen hat es mit der ‚Buttertram‘. Für die Fanwelt im November habe ich neben den Fahrzeugen auch einige Gebäude nach Aachener Vorbild im Modell umgesetzt. Besonders angetan hat es mir das Depot Oberstraße. Eine von drei Wagenhallen, die bis zum Ende der Tram 1974, zwischen Adalbertsteinweg und Jülicher Straße angesiedelt waren.

Die Betriebsanlagen um 1930
Grafik: ASEAG Archiv

Tram Aachen
„Tram Aachen“ von Ronald G.

Betriebsgebäude und Wagenhalle um 1930
Foto: Sammlung ASEAG Archiv
nicht datiert, nach dem 2. Weltkrieg
Umfassende Veränderungen im Dachbereich, aber auch bei den Fenstern im ersten Obergeschoss.
Foto: Sammlung ASEAG Archiv

Neben einigen wenigen Fotos aus der einschlägigen Literatur sowie bei Fotohostern konnte ich aus dem Archiv der ASEAG einige tolle Aufnahmen erhalten. Danke Martina! Für mich waren die Fotos vom Abbruch besonders wertvoll, denn dadurch konnte vorher von der Halle verdeckte Rückseite besonders gut dargestellt werden.

Das umgesetzte Betriebsgebäude wurde den Fotos im Laufe der Zeit im Dachstuhlbereich verändert. Wohl eine Beschädigung im zweiten Weltkrieg.

In der Halle entstanden – zumindest dem Veröffentlichten nach – mehr Fotos als von der Fassade.

Aachener Straßenbahndepotgeheimnisse
Aachener Straßenbahndepotgeheimnisse von Arthur Staal
mit Schleifwagen TSS1, Pferdebahnwagen 70, Schweißgerätewagen TSG7 sowie angeschnitten der Gelenkwagen 1110 ex Oberhausen ex Rheydt.
Nach dem Ende des Straßenbahnverkehrs 1974 wurden Halle und Betriebsgebäude Ende 1982 abgerissen. Heute steht dort Wohnbebauung. Daran, dass sich in dem Viertel die Keimzelle Aachener Elektromobilität befunden hat, erinnert kaum noch etwas. Immerhin befindet sich in der Oberstraße ein kleines Denkmal, dass an die Öcher Tram erinnert.
Denkmal in der Oberstraße
Innerhalb von 14 Tagen habe ich zunächst die Fassade Stockwerk für Stockwerk hochgezogen. Die Abmessungen wurden anhand der Fensterteilung im ersten Stockwerk festgelegt. Die Proportionen passten sowohl zum Maßstab, als auch zu den Abmessungen der verfügbaren Fenster. Ein Glücksfall. Auch wenn das Gebäude recht schnell ’stand‘, dauerte es doch noch bis alle Details stimmig waren. Bis zur Fertigstellung sind dann doch gut sechs Wochen vergangen. In der allerdings noch ein weiteres Gebäude und einige Fahrzeuge entstanden sind.

Das Gebäude war ungefähr 20,5 Meter breit. Aus dem annähend rechtwinklig aufgenommenen Foto der Gebäuderückseite kann man die Proportionen sehr gut abschätzen (b=48,8 cm, 61 Steine h=50,9cm = 53 Steine). Die im Modell imposante erscheinende Höhe ist somit vorbildgerecht.

Abriss der Anlagen in der Oberstraße im Oktober 1982
Interessant das Nachbarhaus. Bis zum Ende des Hallendachs weiß gestrichen. Die Grenzen zwischen den Gebäuden sind gut zu erkennen, da zur Vorbereitung des finalen Abbruchs die beiden Gebäude bereits voneinander getrennt wurden.
Foto: Sammlung ASEAG Archiv

Auch bei den Fenstern der Rückseite handelt es sich um richtiges LEGO®. Allerdings nicht aus Billund, sondern aus Italien. Dort wurden die Klemmbausteine in den 70ern als LEGO® Minitalia® vertrieben. Besonders sind die schnöen Sprossenfenster 604mi und 3853mi, die sich angesichs des Vorbild geradezu aufdrängten.

Abriss der Anlagen in der Oberstraße im Oktober 1982
Foto: Sammlung ASEAG Archiv
Ehrensache, dass sich die Tore öffnen lassen. An der Fassade befinden sich zwei abziehbare Zahnräder, über die mittels Zahnstange und Liftarm die Tore bedient werden können.
Die Tore lassen sich öffnen.

Foto: Sammlung ASEAG Archiv
Auch das Nachbargebäude Oberstraße 9 wurde umgesetzt. Dieses existiert, äußerlich leicht modernisiert, noch heute. Die Halle stützte sich auch an der Rückseite dieses Hauses ab.
Haus Oberstraße 9 heute


Ab 2:05 ist die Wagenhalle zu sehen, ab 2:53 die Ausfahrt eines Großraumwagens aus dem Betriebsgebäude.

Aktuell besteht – mal wieder – die Chance, in und um Aachen innerstädtischen, elektrischen, schienenegebundenen Nahverkehr zu betreiben. Am 27.09.2018 hat der Städteregionsrat beschlossen, unter dem Arbeitstitel „Regio-Tram“ Planungen für eine Überlandtram zwischen Baesweiler und Aachen auf den Weg zu bringen. Damit wird der dritte Anlauf genommen, in und um Aachen die lange überfällige Wiedereinführung der Straßenbahn aufzunehmen. Aller guten Dinge sind drei!

Unlängst ist bei Tram-TV eine DVD erschienen, in der der „Öcher Tram“ ein würdiges Denkmal gesetzt wird. Auch wenn die ‚Oberstraße‘ im Film nicht vorkommt hat mir der Film sehr viel Emotionen geweckt. Das Filmmaterial ist fantastisch. Bei der Digitalisierung der historischen Werke wurde wohl ziemlich nah an die Grenze des technisch machbaren gegangen.

Vorfreude….

… ist die schönste Freude. Gestern Abend den Anhänger abgeholt. Heute die Kisten kontrolliert. Gleich wird eingeladen und dann geht es los zum Aufbauen. Damit die Besucher von Freitag bis Sonntag was zu sehen bekommen.

Nach Wochen des Planen, Bauen und Korrigieren geht es los. Wenn die Modelle stehen muss sicher noch das Ein oder Andere korrigiert werden. Zum Glück habe ich es nicht allzu weit nach Hause und könnte noch Ersatz für das Ein oder Andere Vergessene oder Verlorene holen.


Auf dem Küchentisch haben sich meine Straßenbahnwagen eingefunden, bevor sie in die Transportkisten gestellt werden.

na sowas!

Die Eisenbahn-Sparte ist in den letzten Jahren (oder Jahrzehnten?) im offiziellen Produktsortiment von LEGO® eher eine Randerscheinung. Es gab eigentlich immer einen Personenzug, einen Güterzug und ein paar Gleispackungen.

Aktuell gibt es (noch) den Weihnachtszug und, meist vergriffen, den Hogwarts-Express.

Darüber hinaus schaut es mau aus. Bahnhof? Gibt es nicht mehr? Bahnübergang? Haben wir nicht. Einzelne Wagen zur Ergänzung? Träumer!

Heute früh schaue ich auf die Website der Drogeriekette Müller. Lasse mir die LEGO-Sets nach Beliebtheit anzeigen. Züge auf den ersten Plätzen. Der Personenzug ist nicht mehr platziert, da bereits vergriffen. Ebenso die anderen Züge, falls dort überhaupt erhältlich.


Zugegebenermaßen sind die Sets sehr fair eingepreist. Allerdings trifft das auch auf ganz viele andere Sets zu. Das erste Star-Wars-Set findet sich übrigens aktuell auf Rang 40.

Auch wenn sich die großen Sets zu Weihnachten besonders gut verkaufen, wäre es doch mal eine Idee die Beschenkten nach Weihnachten mit kleineren Sets eine Weile bei der Stange zu halten.

Brickstock zeigt mir, das die Einzelteile des Zugs bei Bricklink für rund 240€ verkauft werden. Für ein 139€-Set kein schlechter Wert. Müller akzeptiert übrigens auch (Papier-)Gutscheine von anderen Drogerieketten und gibt darauf 15% Nachlass. In wie weit das mit den Sonderangeboten kombiniert werden kann habe ich noch nicht ausprobiert.