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LUG Showcase im LEGO® Store Köln

Seit gestern ist im LEGO® Store Köln ein gutes Stück Aachener Geschichte zu sehen. Meine „Buttertram“ ist im Showcase in der Hohen Straße 68-82 ausgestellt.

Für das Showcase werden von den LEGO® Modellbaufans Rheinland e. V. regelmäßig geeignete Modelle ausgewählt. Danke, Oliver! Dafür steht die Grundfläche von 64×48 Noppen (2 x 1,5 Grundplatten) zur Verfügung.

Für die Präsentation habe ich eine neue Haltestelle und ein paar Gebäudefassaden gebaut. Um trotz der beeingten Verhältnisse mehr als nur die Seite des Zugs zu zeigen, habe ich ein paar besonders schäbige Grundplatten zerschnitten. Damit das ganze trotzdem stabil ist, habe ich die Plattenfragmente mit doppelseitigem Klebeband auf eine dünne Sperrholzplatte geklebt. Dabei hatte es sich bewährt, zunächst nur ganz wenig von der Trennfolie abzuziehen, damit die Platte noch vor dem Festkleben ausgerichtet werden kann. Nachdem das Sperrholz fertig benoppt war, wurde darauf wieder eine Menge alter Technik-Pins gesetzt, um das Pflaster darzustellen.

Die Häuser haben kein konkretes Vorbild, sondern orientieren sich an vorhandenen MOCs. Die sandrote Fassade besteht aus Gründen der Kosten und Verfügbarkeit weitgehend aus Dachsteinen, von denen die Rückseite zu sehen ist.
Eine echte Rarität befindet sich auf dem Dach der Telefonzelle. In der Farbe „Very Light Orange“ gibt es nur diese Katze. Dieses Tier war im Jahr 2000 in zwei Sets der längst vergessenen Scala-Reihe enthalten.
Paul McCartney habe ich, ebenso wie eine „Gammler“ unter die Passanten gemischt.

Der Einbau in den Schaukasten hatte ein wenig etwas vom Bau eines Buddelschiffs, da die Öffnung etwas kleiner als die Grundfläche ist. Die Grundplatte musste leer in die Vitrine gelegt werden. Erst dort konnten die einzelnen Segmente der Gebäude konnten wieder zusammengefügt werden und um Figuren und Fahrzeuge ergänzt werden.
Die Szenerie wird mindestens bis Ende März im Kölner Store zu sehen sein. Vielleicht auch noch etwas länger. Über Euren Besuch und Eure Kommentare freue ich mich.

MOC: Buttertram

Meinen Weihnachtsurlaub habe ich genutzt, um ein MOC zu schaffen, dass den Schreibtisch in meinem Büro beim zieren soll.

Ein Fahrzeug der 1974 eingestellten Öcher Tram, der Aachener Straßenbahn, sollte als Vorbild dienen. Als neu-Aachener hatte ich meine erste Bleibe im Stadtteil Eilendorf. Dementsprechend habe ich mich für die fast ausschließlich auf der Linie 12 Eilendorf – Aachen – Vaals eingesetzten Gelenkzüge entschieden. Der Name „Buttertram“ der Fahrzeuge rührt von der häufigen Nutzung der Linie für Einkaufsfahrten in das benachbarte niederländische Vaals.

Diese Fahrzeuge wurden ab 1958 aus 1951 gelieferten Wagen des Verbandstyp umgebaut. Der Beiwagen ist an den Triebwagen aufgesattelt. Der Motorwagen verfügt über ein starres Fahrgestell, der Beiwagen über ein Drehgestell.
Da es an den Endstellen Wendeschleifen (Vaals, Theater) bzw. ein Gleisdreieck (Eilendorf) bestanden, sich die Haltestellen jedoch sowohl in Mittel-, als auch in Seitenlage befanden, handelt es sich um Einrichtungsfahrzeug mit beidseitigen Türen. Nach der Einstellung der Linie 12 gingen die Züge nach Augsburg, wo ein Fahrzeug museal erhalten geblieben ist.

JHM-1971-0052 - Allemagne, Aachen, tramway
Bei der Umsetzung habe ich mich auf keines der 11 Vorbildfahrzeuge festgelegt. Und daher die vorbildlose Betriebsnummer 7117 vergeben.

Tram & Trolleybus in Aachen (1972)

Für das Gelenk wurde auf die mit den Mixels eingeführten Kugelgelenke zurückgegriffen. Das Fahrzeug würde sowohl mit dem Lego-Standard-Radius, als auch mit Kuppen und Wannen zurechtkommen. Wenn es geeignete Gleise gäbe. Die Schmalspurkurven überfordern hingegen die Kurvengängigkeit des Fahrzeugs. Mangels geeigneter Gleise ist es dann auch bei einem reinen Standmodell geblieben. Ein normalspuriger, PF-motorisierter KSW ist ebenfalls im Bau.

Für den Schreibtisch habe ich eine vollständig eingepflasterte Haltestelle auf 64×24 Noppen gebaut. Im Bedarfsfall wird das Betrachten – und auch Schieben des Modells – helfen, die Laune zu heben. Und sicher für das ein oder andere angeregte Gespräch sorgen.
Aachener Strassenbahnpanorama (1973)
Ebenso zwar vorbildlos, aber nicht ohne Hintergrund ist die Haltestelle.

All Change…

Die Linie 12 verkehrte am 11. März 1973 zum letzten mal. Einen Winter und zwei Sommer später, am 29. September 1974 mit „Verkraftung“ der Linie 15 das Ende der Aachener Straßenbahn eingeläutet.

Seither gab es zwei erfolgversprechende und mit zugesagter, hochprozentiger Landesförderung versehene Versuche, in Aachen wieder Stadtverkehr auf der Schiene durchzuführen. Der erste Versuch wurde 1999 nach einem Wechsel der Ratsmehrheit begraben. 2013 wurde nach negativem Ratsbürgerentscheid die Campusbahn begraben.

Nach 1974, 1999 und 2013 hoffe ich, dass es nicht bis 2034 dauert, bis ein neuer und endlich erfolgversprechender Anlauf unternommen wird auf Adalbertsteinweg und Trierer Straße ein der Nachfrage entsprechendes Nahverkehrsmittel einzuführen. Aller guten Dinge sind drei!

In den großen euregionalen Nachbarstädten sind zwei Stradtbahnprojekte kurz vor der Realisierung. Neben der Sneltram Hasselt – Maastricht ist auch Lüttich dabei, die Straßenbahn als moderne Stadtbahn wieder einzuführen.