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3D-Druck: erste Gehversuche, erste Ergebnisse

Vergangene Woche habe ich mir einen gebrauchten 3D-Drucker gekauft. Inzwischen sind die ersten Erfahrungen gesammelt.

Recht bald nach den ersten Testdrucken fertiger Bauteile habe ich mit dem Druck selbst konstruierter Teile begonnen. Ziemlich viele Klemmbausteine findet man auf PrintABrick – konvertiert aus LDraw. Leider geriet bereits der erste Druck so groß, dass zwei Teile nicht nebeneinander passen. Da wurden wohl die Toleranzen nicht berücksichtigt.

(bei den roten Fenstern handelt es sich um Original-Elemente)

Zu Studentenzeiten hatte ich ein wenig dreidimensional mit AutoCAD 12 gearbeitet. Die Studentenversion von damals dürfte zwar noch in der Ecke liegen, lief aber schon damals unter Windows NT eher holprig. Zudem wird sie heute gängige Formate wie stl nicht unterstützen. Schon damals habe ich lieber die Befehle über die Tastatur eingegeben als in der Gegend herum zu klicken. Deshalb habe ich zunächst das freie OpenSCAD ausprobiert – und bin da hängen geblieben. Sehr hilfreich für das Steine-Design ist die Seite calliau.org. Mit diesen Angaben machte ich mich an den ersten Entwurf, ein Fenster das zwar an das Standardlayout angelehnt ist, aber die im Original nicht verfügbaren Abmessungen 3×3 aufweist. Bereits der erste Versuch war sehr vielversprechend.

Bei Thinkvise habe ich einen parametrisierten Stein gefunden, der mich zum einen inspiriere die normierten Abmessungen in Variablen zu schreiben. Dadurch können Sie zur weiteren Kalibrierung noch angepasst werden. Wovon ich, vom Messchieber unterstützt, zunächst reichlich Gebrauch gemacht habe. Zudem habe ich die Fenster-Datei so gestaltet, dass theoretisch jede Abmessung möglich ist.

Nach einigen Versuchen haben sich für mich folgende Abmessungen als am besten passend und klemmend herausgestellt:

SteinBreite = 8.00;
SteinHoehe = 9.60;
Luecke = 0.10;
Luecken = 2*Luecke;
Wandstaerke = 1.40;

NoppenDaussen = 4.85;
NoppenDinnen = 3.35;
NoppenHoehe = 1.80;

BodenHoehe = 2.25;//SteinHoehe/4.5;
BodenSeitRohr = 1.30; //alter Wert 1,20

l = SteinBreite * breite - Luecken;
b = SteinBreite * 1 - Luecken;
h = SteinHoehe * hoehe;

Die Testdrucke sind in allen werksseitig nicht verfügbaren Größen zwischen 1×1 und 6×3 entstanden.

Jetzt braucht es nur noch die passenden Scheiben. Diese werde ich mir wohl aus 2 mm Platten schneiden oder lasern (lassen).

Inzwischen habe ich eine kleine Dose mit einigem Zubehör für den Druck:

  • diverse Spachtel
  • Fühlerlehre
  • Klebestift
  • blaues 3M-Tape
  • Cuttermesser
  • kleine Kneifzange
  • Messschieber
  • dünner Permanentmarker

Dazu gesellen sich einige Rollen PLA-Filament. Dieses habe ich bei Material4Print erworben und erscheint mir sehr gut verarbeitbar. Soweit ich das Beurteilen kann. Etwas störrischer erscheint mir das Easy PLA von Fiberlogy zu sein. Dieses habe ich ob des dunkelgrauen („graphite“) Farbtons gekauft. Zwar deutlich dunkler als das originale dark blueisch grey, aber nicht damit beißend. Die Qualität der Drucke erscheint mir auch damit in Ordnung zu sein. Eine große Vielfalt an Grautönen habe ich noch bei 3dk.berlin entdeckt. Vielleicht hat ja bereits jemand Erfahrungen mit passenden Grautönen?
Vor dem eigentlichen Druck entsteht eine Reihe von Testobjekten, um die geeignete Temperatur herauszufinden. Angaben wie „190°C – 225°C“ helfen nicht wirklich weiter.

Für die Aufbewahrung angebrochenem Filaments habe ich mir einige Lock & Lock Frischhaltedose HSM947 (3,4 Liter) bestellt.

Sicher geht das alles noch viel besser. Für die ersten Gehversuche mit einem preiswerten Gerät finde ich die Ergebnisse ermutigend. Auch wenn ich bereits Vorstellungen habe, wie es weitergeht bin ich über die tatsächliche Entwicklung – bei mir, bei Anderen und auch bei LEGO® sehr gespannt.

Download der parametrisierten Fensterdatei für OpenSCAD.

Thermomix® für Männer

Was der Frau der Themomix®, dass ist dem Mann sein 3D-Drucker. Die Begehrlichkeiten die von beiden Spielzeugen ausgehen dürften nicht unähnlich sein. Die Freude die man damit haben kann ebenfalls. Und für beide gibt es für jedes Budget geeignete Alternativen.

Eigentlich war mir schon lange klar, dass ich einen eigenen 3D-Drucker benötige. Schmalspurkurven in verschiedenen Radien, Weichen und das Pflaster daneben wird sich nicht in den gewünschten Machart mit Teilen von der Stange realisieren lassen. Auch Fenster in 3×3 oder 3×5 aus Billunder Produktion wurden noch nicht gesehen. Auch die chinesischne Klonfabriken haben hier noch keine Lösung geschaffen. Snotten lässt sich vieles, aber nicht alles.

Der herangezogene Kochmixer-Vergleich half jegliche Kritik an der Anschaffung bereits im Keim zu ersticken.

Da es mir bekanntlich vor fast nichts graut bestehen keinerlei Berührungsängste mit Eigenkreationen. Angesichts des dabei entstehenden zeitlichen Aufwand dürfte sichergestellt sein, dass „Selbstgedrucktes“ weiterhin nur einen Notnagel darstellen wird.

Die Anforderungsliste wurden immer länger, so dass am Ende ein Ultimatker 2+ mit Haube auf der Wunschliste stand. Sicher ein tolles Gerät. Dass allerdings derzeit weder zum aufgerufenen Kurs, noch als Gebrauchtgerät auch nur ansatzweise ins Budget gepasst hätte.

Mit Klemmbausteinen bastele ich gerne. Elektrogeräte kaufe ich lieber fertig. Deshalb wäre ein Anet A8 kein Gerät für mich. Erst mit beträchtlichem Aufwand kann dieser in ein tolles und vor allem betriebssicheres Gerät verwandelt werden.

Einige zu schluckende Kröten erschien dann ein gebrauchter Flashforge Finder der beste Kompromiss für mich zu sein. 250 € habe ich für das Gebrauchtgerät bezahlt, dass ich am Freitag auf dem Weg zum 1000steine.de Stammtisch Rhein-Ruhr abgeholt habe. Auch wenn die fehlende Möglichkeit Filament aus dem original-Klemmbaustein-Material ABS zu nutzen eine gewaltige Kröte dargestellt hat.

Die ersten Testdrucke habe ich bereits durchgeführt und dabei die ersten Probleme kennengelernt. Jetzt wird erst mal das CAD angeschmissen, um lange Vermisstes druckbar umzusetzen.