Archiv der Kategorie: Elemente

ADMZPs – jetzt auch aus Billund!

Regelmäßig durchforste ich die Brickset-Datenbank nach neuen Elementen. Meine noch etwas müden Augen haben beim Durchforsten der August-Teile ein mir bereits wohlbekanntes Teil entdeckt. Das „Aus-drei-mach-zwei-Plättchen“. Dieses Element kannte ich aus einem chinesischen Set über das ich zum Jahreswechsel berichtet hatte. Unter der Design-ID 34103 wird die PLATE 1X3 W/ 2 KNOBS jetzt offiziell geführt.

Zum Vergleich das Clon-Teil aus Asien:

Ich bin sehr erfreut darüber, dass es dieses oft schmerzlich vermisste Teil jetzt auch offiziell und hoffentlich bald auch in vielen tollen Farben geben wird.

Vor kurzen noch ein kleines Vermögen


In den vergangenen Monaten haben einige Farbvarianten, die nur in wenigen, seit langem ausgelaufenen Sets enthalten waren ihren Weg zurück ins Programm gefunden. Das zeigt mir deutlich, dass es manchmal sinnvoll sein kann, zu warten. Alles kommt irgendwann wieder.

Das weiße Neck Bracket with Back Stud, Designnummer 42446, Elementnummer 6167602 beim Service für 12ct. In der Vergangenheit häufig für mehr als 2€ verkauft.

Die weiße Plate, Round 1 x 1 with Flower Edge (4 Knobs) Designnummer 33291 bzw. 28573. 6170578. Beim Service für 8ct. Bei Bricklink meist für über 30ct verkauft. Gab es zwischen 2000 und 2004 in wenigen Sets. Jetzt in dem Set 21134 The Waterfall Base.

Die weißen Plant Leaves 6 x 5, Designnummer 2417, Elementnummer 6093469. Gab es nur 2006/7 in drei Sets. Meist für mehr als 1€ verkauft. Jetzt für 33ct beim Kundendienst.

Ein weiteres rares Teil ist vor wenigen Tagen erschienen. Mit dem Juniors/Cars-Set 10732 Guido and Luigi’s Pit Stop ist Plate, Modified 1 x 2 with Door Rail, Designnummer 32028, Elementnummer 6179330 wieder erhältlich.

Hier wurden bislang über 3€ bezahlt, denn zuvor gab es die blaue Maritus nur im Set 7045 Hovercraft Hideout aus dem Jahr 2003. Das quasi nicht erhältliche San Diego Comic-Con 2016 Exclusiv-Set lasse ich mal außen vor. Jetzt habe ich 10ct pro Stück bezahlt. Bei Bricklink für bis zu 9,99€ erfolgreich (!) im Angebot.

Ich habe mir seinerzeit lieber das ganze Hovercraft bei ebay als einzelne Platten bei Bricklink gekauft. Das war günstiger. Und ein schönes Set obendrein.

Noch nicht erhältlich ist das Set mit den sandgrünen Maccaroni.

Auf gute Nachbarschaft

Eines meiner Lieblingsbücher gibt es seit kurzem auch in einer deutschsprachigen Ausgabe. Der Heel-Verlag aus Königswinter, vor allem für die Bücher von Joachim „Joe“ Klang und seinem Umfeld bekannt, hat das Buch „The LEGO® neighbourhood book“ von Brian und Jason Lyles jetzt unter dem Titel „Häuser aus LEGO® Steinen“ herausgebracht.

Besonders gefallen hat mir die Gegenüberstellung von Vorbildfotos mit Vorschlägen, diese Gestaltungselemente in LEGO umzusetzen. Diese Herangehensweise der Autoren kommt meinem Weg zu meinen MOCs recht nahe. Mit wachen Augen durch die Stadt gehen, Details zu erspähen und sich dabei bereits Gedanken zu machen, wie sich das mit welchen Steinen vielleicht umsetzen ließe.

Zahlreiche Gegenstände für die Innen- und Außenausstattung von Gebäuden sind so dargestellt, dass ein Nachbau für den schon etwas erfahrenen Baumeister kein Problem darstellen sollte. Die Originalausgabe hatte mich übrigens seinerzeit angeregt, mittels Gerüst die Unzulänglichkeiten der Fabuland-Dächer zu kaschieren.

Pfiffig finde ich die Anleitung für ein Basishaus, das sich mittels verschiedener Fassaden und Dächer im Pariser Stil, im Amsterdamer Kanalstil sowie im Kolonialstil gestalten lässt. Die Fassaden werden hier mit Platten verkleidet, die an der Hausfront mit alle 5 Höhen verbauten Steinen mit Frontpin befestigt werden. Auf Grund des 5zu6-Verhältnisses der Klemmbausteine passen daran genau Platten in 6er Länge.

Darüber hinaus enthält das Buch eine vollständige Bauanleitung für einen „Drugstore“, eine US-amerikanische Drogerie als CC-Eckhaus.

Das Buch ist für mich vor allem eine Ideensammlung, die anregt diese in eigenen Modellen umzusetzen und weiter zu entwickeln. Oder etwas pathetischer, wie im Pressetext des Verlags geschrieben, „Dieses Buch will anregen um die Phantasie für eigene Modelle zu beflügeln.“ Eine gute Hilfe für alle Häuslesbauer die sich von den Vorbildern aus Billund emanzipieren wollen.

Brian und Jason Lyles
Häuser aus LEGO® Steinen
204 Seiten
ISBN 978-3-95843-518-6
14,99 €

Der Heel-Verlag hat mir für meine Besprechung ein kostenloses Rezensionsexemplar zugesandt. Vielen Dank.

Die Originalausgabe habe ich mir seinerzeit selbst gekauft.

Die Heiermann-Steineboxen

Als die ersten Infos über die diesjährigen Neuheiten durchsickerten waren oftmals nur die Bezeichnungen der Sets, aber keine weiteren Infos wie Steinezahl oder gar Bilder verfügbar. Die vermuteten farbenreine Steineboxen beflügelten meine Phantasie.
Mein Wunsch, der bisher leider noch nicht in Erfüllung gegangen ist, wäre eine Steinebox mit einem dem Architecture Studio 21050. In einfacher Aufmachung, zum Preis einer großen Classic-Steinebox. Und verfügbar mit Inhalt ausschließlich in jeweils einer Farbe wie sandblau/grün, dunkelblau/rot/grün/tan oder hellgelb. Doch genug der Träumerei und zurück zur Gegenwart.
Für den Gegenwert eines Heiermanns kann man seit kurzem eine von vier Steineboxen kaufen. Jede Box beschränkt sich überwiegend auf eine Farbe, beinhaltet jedoch viele Farbtöne.

10706 Blue Creativity Box

UVP 4,99€, 78 Teile in 39 verschiedenen Varianten und 12 Farben. Bricklink-Teilewert: 7,00€.


10707 Red Creativity Box

UVP 4,99€, 59 Teile in 31 verschiedenen Varianten und 10 Farben. Bricklink-Teilewert: 4,88€.




In diesem Set könnten die Windmühlenflügel 24307, die nur in der rechten Ausführung enthalten sind für Tränen sorgen. Schade, ich hätte in einem anderen Set das Gegenstück erwartet.

Gut gefallen haben mir hier die Augen, die man auch als Dosenverschluss verwenden könnte.

10708 Green Creativity Box

UPV 4,99€, 70 Teile in 36 verschiedenen Varianten und 11 Farben. Bricklink-Teilewert: 4,10€


10709 Yellow Creativity Box

UVP 4,99€, 60 Teile in 40 verschiedenen Varianten und 13 Farben. Bricklink-Teilewert: 5,35€.

Eine exklusive Farbneuheit ist die 2×6-Platte 3795 in Bright Light Yellow.
Neu, aber in mehreren Sets enthalten ist die grüne Blume. 33291 Plate, Round 1 x 1 with Flower Edge (4 Knobs)

Da kleine Sets tendenziell etwas höher im Steinepreis liegen geht der Preis nach einem Seufzer gerade noch in Ordnung. Man hat deutlich mehr als vom regelmäßig in einer neuen Version erscheinenden Polizei-Motorrad, das neben einer Minifigur nur wenige Teile enthält. Als kleine Mitbringel, für die Schultüte oder Ostern passt das. Werde dennoch morgen in den real fahren, und mir dort die auf 29,99€ reduzierte Steinebox 10704 kaufen. Mit 900 Teilen, 3,3 ct je Teil im Sonderangebot und 4,4 ct zur UVP. Bricklink-Wert über 70€. Das ist eher nach meinem Geschmack.

Hier ein Blick in die mit den Steinen gefüllte Box 10708. Die Volumen der Box könnte für den Inhalt deutlich reduziert werden.

Dennoch. Ich freue mich über alle brauchbaren Sets im Taschengeldbereich, da ich dieses für ein sehr wichtiges Segment erachte, um bei Kindern die Freude an den Klemmbausteinen zu wecken und zu erhalten. Schade, dass die Mixels eingestellt wurden. Hier war bei einem geringeren Preis der Spielwert meines Erachtens höher.

Was mir an den Boxen ausgesprochen gut gefallen hat, war die Vorstellung der Designerin bzw. des Designers auf einer Doppelseite der Anleitung. Weitere Informationen gibt es auch online.

Es fällt schwer jemanden, der MOCs aus größeren Mengen bestimmter Steine baut, für solche Minimalboxen zu begeistern. Die Teile sind höchstens, und das auch nur in einem Fall, 8x in einem Set vorhanden.

Daher tue ich mich schwer, ein die Sets gerecht zu beurteilen. Gut gefallen haben mir die Anleitungen. Alle Modelle lassen sich gleichzeitig aus allen vorhandenen Steinen bauen. Zudem regen weitere Fotos, ohne Anleitung, die Phantasie zum Modifizieren und Kombinieren an.

Aus der Kinderperspektive erscheinen mir die Boxen auch geeignet, um zum Ersatzteilspender für Verlorengegangenes zu dienen. Eine gewisse Farbtoleranz vorausgesetzt. Zudem helfen die Boxen, die Vielfalt der Elemente kennen zu lernen und einen breit gefächerten Grundstock aufzubauen.

Diese Vielfalt hilft, Bautechniken zu lernen. Schon 4-jährigen wird gezeigt, dass man mit Konvertersteinen nicht nur nach oben bauen kann und das AZMEPs helfen, Elemente zwischen zwei Noppen zu setzen. Aus den so geschulten Kindern könnte später mal was werden.

maccaroni spinaci

So wie es ausschaut, kehrt eines der teuersten und seltensten Teilen, die regulär in LEGO®-Sets enthalten waren wieder zurück.

Im Lego Elves-Set 41188 Breakout from the Goblin King’s Fortress scheinen tatsächlich sandgrüne Maccaronis enthalten zu sein.

Auch wenn in der Freiheitsstatue die ältere Ausführung 3063 und bei den Elven die aktuelle Version 85080 zu finden sein dürfte ist das eine echte Bereicherung.

Bei dieser Entdeckung muss ich an einen Satz Marion/Brixe denken. Diese mahnte beim Kauf von Teilen zur Geduld. „Alles kommt wieder“. Wie sie doch recht hat.

Was mich noch interessieren würde. Kennt Ihr ein teureres Teil aus einem regulären Set? Die Maccaronis wurden bei Bricklink durchschnittlich für 59,21 € (gebaucht) bzw. 89,94 € (neu) gehandelt.

Screenshot aus Bricklink vom 21.02.2017

Sandgrüne Steinebox!

Schon lange stehen einfarbige Steineboxen in „Sonderfarben“ ganz oben auf meiner Wunschliste. Dieser Wunsch wurde teilweise, wenn auch nicht innerhalb der Classic-Reihe erhört.

Beim Sonntag-morgendlichen Brickset-Schauen habe ich die Bilder vieler interessanter und gelungener Neuheiten, die in Nürnberg noch nicht zu sehen waren, entdeckt. Diese zeigen wohl die Sets die auf der New Yorcker Toy Fair ausgestellt waren.

Beim Minecraft-Set 21136 The Ocean Monument bin ich hängen geblieben. Mit 120 US-$ für 1122 Teile kein Schnäppchen. Das relativiert sich angesichts des Inhalts. Ganz viel sandgrün. Sicher werden wir bald wissen, was genau die Wunderkiste enthält. Als neue Farbvariante sind sandgrüne Jumper (87580) zu erkennen.

Neujahrsfreuden

Anlässlich des chinesischen Neujahrsfest am 27.01.2017 ist es mal wieder an der Zeit, über interessante Elemente aus den Klonfabriken, die es so beim Original nicht gibt, zu berichten.

chinesische Mauer

Einer meiner ersten Beiträge überhaupt beschäftigte sich mit den Unzulänglichkeiten der Mauersteine. Die 1×4-Steine gibt es aus Asien auch in anderen Farben, wie hellgrau, dunkelgrau und tan.

Der Eckstein, den es in hellgrau, dunkelgrau, tan sowie braun gibt, kann dazu beitragen in Gebäude aus Mauersteinen mehr Stabilität zu bringen.

Besonders pfiffig finde ich aber der 1×3 Mauerstein. Auf der Rücksein trägt dieser nicht die Rille des Originals, sondern das Muster des Riffelsteins.

Hier sind die „Chinesen“ gemeinsam mit origialen 1×2-Mauersteinen verbaut. Man erkennt leichte Unterschiede in Farbton und Glanz.

voll den Durchblick

Eine günstige Alternative zu den nur in homöopathischen Dosen erhältlichen transparenten 2×2-Fliesen sind in Asien erhältlich.

Derzeit gar nicht als Original in transparent erhältlich sind die Fliese in 2×4 (87079), der Kurvenstein 1×3 (50950) sowie der Clip (15712)

auf den (Lift-)arm genommen

Liftarme habe ich auch in den beim Original nicht erhältlichen Längen 4 und 10 gefunden.

Zudem gibt es einen dünnen 1×2-Liftarm, der nur ein Achsenloch und statt dessen ein volles Pinloch aufweist. Könnte für den Antrieb von Dampflokomotiven interessant sein.

rundes

Ein paar Interessante Teile habe ich in „City Street“-Minisets gefunden.


Neben einer 3×3 Rundstein samt passender Fliese und einer ‚Maccaroni‘-Platte ist auch eine 1×2-Platte mit seitlichem Pinhalter in den Sets enthalten gewesen.

Geniales

Die Doppelnoppenplatte hatte ich seinerzeit beschrieben. Jetzt gibt es ein ähnliches Teil in halber Plattenstärke. Das lässt sich sicher für mach dreckige Lösung einsetzen.

Plattenbauten

Deutlich größer als an Einzelsteinen ist das Angebot an Bauplatten in verschiedensten Größen. Die zum 8/16/24/32/48er Raster des Originals passen. Oder auch nicht.

Unter der Vielzahl der Produkte sind mir zwei besonders aufgefallen. Zum einen die von unten bebaubaren Platten in 16×32 oder 32×32 in Plattenhöhe. Beim Original ist bei 16×16 Schluss. Für große Gebäude oder Dächer könnte das eine hilfreiche Lösung sein. Diese Platte gibt es auch in transparent.


Die Standardplatten sind ebenfalls in vielen Farben und abweichenden Größen, wie 24×24 oder 24×48 erhältlich. Die 32×32-Standardplatte gibt es auch in transparent. Diese ist im Gegensatz zur einst für das Legoland gefertigten und noch heute gelegentlich als Q-Part sporadisch erhältlichen 48×48-Platte vernünftig bebaubar.

Bei den Platten muss man noch mehr wie bei anderen Steine die Preise vergleichen. Meist liegt die 32x32er Platte bei knapp 4$. Günstigere Lose größerer Menge gibt es auch. Bei mehreren Verkäufern ist der Versand der ersten Platte kostenlos. Wenn man weitere in identischer Farbe ordert, werden Versandkosten fällig. Dann kaufe ich eben mehrfach nur ein Exemplar.

Besonders günstig waren drei Platten in Standardfarben. Deren Trackingnummer auf der Versandverpackung lies sich keiner Bestellung zuordnen. Eine Rechnung lag nicht bei, der Absender war auch mit Hilfe einer chinesischen Freundin der Familie nicht zu ermitteln. Da die Platten gegenüber dem Zoll als ‚Gift‘ deklariert wurden, war es wohl wirklich ein Geschenk eines unbekannten Gönners. Auf diesem Weg vielen Dank.

Die geschenkten Platten waren in einer Verpackung mit dem Herstellerlogo „LOJO“ gekennzeichnet. In ansonsten identischer Verpackung gab es Platten von YLT. Da mag noch jemand durchblicken.

Anders als die wohl gewalzt hergestellten Originalplatten scheinen die Nachahmerprodukte im Spritzguss hergestellt zu sein. Daher sind Einspritzlöcher an oder zwischen den Noppen erkennbar.

Die Platten sind zwar unterhalb des Listenpreises der Originale erhältlich. Aber dieser wird immer mal wieder günstige Sonderangebote deutlich unterboten. Als Unterbau lassen sich auch leicht beschädigte Exemplare oder Straßenplatten einsetzen, die man mitunter für ganz wenige Euros bekommt. Daher empfinde ich die beschriebenen Platten nur dann lohnend, wenn es Form oder Farbe nicht im Original gibt.

Supersparpreis

Zum Supersparpreis konnte ich ein Fahrrad in Bright Light Blue erwerben. Diese Farbe ist nur zum Liebhaberpreis aus den Originalformen erhältlich. In China für weniger als einen Euro, inklusive Versand.

Auf dem zweiten Blick werden die Unterschiede zum Original deutlich. Die Achshalter sind massiver, der Farbton wirkt stimmig und hält den Vergleich mit der Originalfarbe stand. Leider ist der Ständer etwas zu lang geraten so dass sich dieser nur mit deutlichem Nachdruck zwischen den Noppen einrasten lässt.

Trotz der Abweichungen wird das Teil taugen, um auf Ausstellungen einen kurzen Augenblick Bewunderung zu ernten. Bei Leuten, die sich auskennen, aber meinen Blog nicht lesen.

Aus drei mach zwei – ADMZPs!


Auf seinem letzten Besuch bei uns in diesem Jahr brachte der DHL-Zusteller noch einen etwas größeren Karton aus China mit.

Nachdem die bestellten Einzelteile einen brauchbaren Eindruck hinterlassen haben, habe ich es riskiert, ein ganzes Set zu kaufen.

Für 36.50 US-$ zzgl. 2,52 $ Versand hatte ich das Set
The City Park Pirate Ship Model Building Kits, das vom Hersteller Winner unter der Set-Nummer 7033 geführt wird, gekauft.

Das Set habe ich am 11.12. bestellt. Die Lieferzeit geht angesichts des günstigen Versand mehr als in Ordnung. Größter Unsicherheitsfaktor ist dabei allerdings der Zoll. Eine Bricklink-Bestellung lag dort schon mal einen ganzen Monat.

Setidee und Spielwert

Gefallen hat es mir, weil es sich bei der Schiffsschaukel nicht um die dreise Kopie eines Sets handelt. Das Drachenthema verbinde ich mit China, daher finde ich das für chinesische Klemmbausteine ein passendes Vorbild. Ich hoffe, niemand raubt meine Illusion, indem er einen Link zu Ideas oder zu einem MOC eben dieses Modells parat hat. Für die Idee und bautechnische Umsetzung gibt es die vollen 100%.

Preiswürdigkeit

Mit 38€ (mit Einfuhrumsatzssteuer 45€) für 710 Teile kostet das Set etwa die Hälfte dessen, was ein Original-Set kosten würde. Im Gegensatz zu den Vorbildern wird man kaum eine Chance haben, einen nennenswerten Teil davon beim später Wiederverkauf zurückzuerhalten. Daher ist es meines Erachtens eigentlich zu teuer. Allerdings kann man unter diesem Gesichtspunkt eigentlich nur Sondersteine oder Nachbauten exorbitant teurer ausgelaufener Sets akzeptieren. Ich vergebe für die Preiswürdigkeit dennoch 70%.

Anleitung


Die Bauanleitung ist über jeden Tadel erhaben. Die Schritte sind vernünftig gegliedert und umfassen mehrere Teile, so dass sich selten Zweifel ergaben ohne dass ein Aufgeblähter Eindruck entsteht. Die Länge der Liftarme ist zusätzlich angegeben.
Die Teile sind grob nach Baufortschritt in einzelne Tüten gepackt.
Verglichen mit dem Vorbildstandard vergebe ich für die Anleitung 110%.


Figuren

Die sieben Figuren, nicht jedoch deren Zubehör, sind in eine eigene Tüte gepackt. Die Gesichter sind leicht asiatisch gezeichnet. Zudem ist der Aufdruck der Gesichter bei einigen Figuren zu weit nach oben gerutscht. Die Großmutter hat übrigens silberne Haare. Mal was anderes. Das Aussehen und die Haptik entspricht weitgehend dem Vorbild. Allerdings sitzen die Beine leicht locker im Oberkörper. Ebenso verhält es sich mit den Händen in den Armen. Diese verdrehen sich bei geringer Last selbständig. Auch wenn nicht viel zu guten Figuren fehlt. Für das heute gelieferte vergebe ich nur 65%.

Qualität

Gleich zu Beginn des Baus gab es Probleme mit der Passform. Eine kippellige Grundplatte, diese wölbte sich um etwa einen Millimeter, nervte mich sehr. Die Grundplatten, übrigens zwei Platten 16×32 in Plattenstärke die es so aus Billund nicht gibt, waren nicht verzogen. Nach einigem Probieren das ganze in verschiedenen Kombinationen besser aufgebaut zu bekommen habe ich zwei LEGO®-Balken 1×16 aus meinem Vorrat geholt und eingebaut. Und schon lag die Grundplatte so auf dem Tisch auf wie man es kennt. Solche Probleme sind mir von LEGO-Sets oder beim Bauen von MOCs in normaler Größe unbekannt.
Die Farben waren gleichmäßig und weitgehend im Ton zum Billunder Original passend. Lediglich die Gotöne, waren, ebenso wie beim Vorbild, marmoriert.

Weitere Probleme mit der Passform sind nicht aufgetreten. Die Klemmkraft der Steine ist sowohl untereinander, als auch mit dem Original verbaut gut. Hin und wieder wirken die Steine etwas weniger scharf gezeichnet. Die Technik-Balken waren hingegen leicht scharfkantig. Insgesamt ist die Qualität, die ich über Passform und Haptik definiere ordentlich. Die meisten Teile sind bedruckt. 80% vergebe ich hier.

Sonderteile

Anhand des Fotos im Online-Shop hatte ich keine beim Vorbild nicht erhältlichen Sonderteile erwartet. Nur von vielen in Gold nicht erhältlichen Teilen bin ich ausgegangen.

Beim Bauen ist sind mir
– ein Teller 9×9 mit Loch für einen Technik-Pin in weiß-bedruckt
– eine Platte 2×5 in rot, grün und gold
– Invers-Seteine mit 65° (1x2x2) und 33° (2x2x2/3), beide in gold
– eine Platte 1×2 mit abgerundeten Ecken in schwarz
– ein kompakter Clip (gold)
– ein Bracket 1×1 – 1×1, ein halbiertes 99781 in rot
– sowie, m.E. der Clou in dem ganzen Set, ein „aus-Drei-mach-zwei-Plättchen“ in schwarz.

Das ADMZP wäre wirklich hilfreich. Das will ich auch, am besten von unserem geliebten dänischen Hersteller haben. In dem Set wurde es verwendet, um die Sitze mit einer halben Noppe Abstand zur Außenwand zu befestigen. Eine Aufgabenstellung, die ich schon häufiger hatte und mit AZMEPs nur mäßig befriedigend lösen konnte.

Auch das halbe Bracket hätte ich gerne in größerer Menge und verschiedenen Farben.

Für einen Volltreffer bei den Sonderteilen vergebe ich gerne die vollen 100%.

Zusammenfassung und Fazit
Setidee/Spielwert: 100%
Preiswürdigkeit: 70%
Anleitung: 110%
Figuren: 65%
Qualität: 80%
Sonderteile: 100%

Mit 88% als Mittel der einzelnen Kategorien hinterlässt die Schiffsschaukel bei mir einen soliden Eindruck. Dennoch ist vor allem bei der Fertigungspräzision der Unterschied zum Original noch deutlich erkennbar.

Schade, dass in der Anleitung keine Website des Herstellers angegeben ist. Sonst hätte ich glatt versucht, Elemente einzeln zu erhalten.

schwarze Würstchen, sandgrüne AZMEPS

Inzwischen gibt es auch ein hochauflösendes Bild des im Januar 2017 erscheinenden Sets 21308 Adventure Time.

Erkennbar sind zwei Teile, die zwar nicht neu sind, aber nur zu sehr selbstbewussten Preisen verkauft werden.

Zum einen wäre da das Hot Dog / Sausage (33078) in schwarz. Dieses gab es nur 2011 in einem Tiefsee-Set. Noch ist unter einem Euro kaum was zu machen.

Zum anderen wurde mehrfach die Plate, Modified 1 x 2 with 1 Stud with Groove and Bottom Stud Holder, auch AZMEP oder Jumper genannt, verbaut. Auch wenn es sich kaum um die alte Ausführung 3794 handeln dürfte ist das ein erfreuliches Ereignis. Denn dieses Teil gab es zuletzt 2004. Und in nennenswerter Stückzahl nur in der Freiheitsstatue und im UCS-Joda. Zu entsprechend schwindelerregenden Preisen wird das ebenso unscheinbare wie unverzichtbare Element aufgerufen.

Blick über den Tellerrand

Die hohe Fertigungsqualität und Langlebigkeit hat zum hervorragenden Ruf unserer original dänischen Klemmbausteine als besonders hochwertiges Spielzeug beigetragen. Dieser Erfolg hat schon immer Nachahmer auf den Plan gerufen. Seit dem Auslaufen des Patents sogar legal.

Anfangs waren diese Steine kaum zu gebrauchen. Nicht zu unrecht als „China-Müll“ bezeichnet. Doch dabei ist es nicht geblieben. Die Qualität der Nachbausteine hat inzwischen bei einigen Marken ein Niveau erreicht, das dem Original kaum noch nachsteht. Der „Communist Lego“ – Report analysiert die in Asien gängigen Marken regelmäßig. Und bescheinigt immer häufiger eine brauchbare Qualität.

Qualitativ brauchbar sollen die ziemlich dreisten Plagiate der Firma Lepin sein. Ich habe noch keines davon begutachten können. Deren Sets entsprechen mitunter vollständig aktuellen oder begehrten, ausgelaufenen Sets und sind zu etwa der Hälfte des regulären Ladenpreises über das Internet zu beziehen. Um dem Ärger mit dem Hersteller der Originalsets aus dem Weg zu gehen, werden inzwischen sogar MOCs von AFOLs plagiiert. Dem Bericht eines geprellten AFOL nach, ohne diesen vorher zu kontaktieren oder gar am Profit zu beteiligen. Entsprechend entrüstet ist die Reaktion in der Szene.

Custom-Parts

Offener ist man gegenüber speziell produzierten Teilen, die als Custom-Parts vertrieben werden. Das sind sehr häufig Waffen und Militärausrüstung die im offiziellen Programm nur eine untergeordnete Rolle haben und z.B. im Rahmen der City-Polizei oder von StarWars-Sets zu finden sind.

Für mich interessanter sind Teile, die im offiziellen Programm schmerzlich vermisst werden. Mein erster Kontakt mit entsprechenden Teilen erfolgte über die US-amerikanische Firma altbricks. Diese vertreiben unter anderem Blätter (Lego Design ID 2417) in verschiedenste Farben, die beim Original nicht (gelb, orange, ocker, braun) oder, da selten, nur zu exorbitanten Preisen (weiß) zu bekommen sind. Die Qualität und Passform ist gut, auch wenn die Blätter im Gegensatz zu den flexiblen Originalen aus einem anderen Material gefertigt sind.

Ein anderes interessantes Teil ist der Eck-Konverter. Ein 1×1 mit Frontnoppen an zwei nebeneinander liegenden Seiten. Dieser hat mir einige male, mit schlechtem Gewissen, geholfen Probleme zu lösen. Nicht schlecht staunte ich, als ich dieses Element in der Vorstellung der neuen Teile des ab Januar 2017 erhältlichen CC-Jubiläumshauses wiederfand. Jetzt als offizielles, mit gutem Gewissen verbaubaren Originalteil.
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Nicht geringer war meine Überraschung, als ich auf das „Chinesische Amazon“ aliexpress verwiesen wurde. Dort sind viele Elemente, die bei altbricks zu beziehen sind, ebenfalls erhältlich. Meist mit einem Verweis auf Enlighten als Hersteller. Diese Firma hat sich durch höherwertige Eisenbahnsets, als Clon oder Eigenkreation, eine gewisse Anerkennung verschafft.

Diese Erkenntnis macht es erforderlich, mein Wertegefüge neu zu justieren. Sind die Teile noch „gute“ Fremdteile oder doch nur „böse“ Plagiate? Ich selbst tendiere dazu, offen für alle brauchbaren Elemente zu sein. Wenn immer sinnvoll möglich, werde ich das Original bevorzugen.

Sonderteile aus China

Neben den bekannten Nachbildungen von LEGO®-Elementen, teilweise auch in offiziell nicht erhältlichen Farben, gibt es auch einige Teile, die sich als interessante Problemlöser herausstellen könnten. Dementsprechend habe ich den Selbstversuch gewagt und einige Teile direkt in China geordert. Die ersten Teile sind knapp einen Monat nach der Bestellung bei mir eingetroffen. Bei weiteren Lieferungen wird es ein Update geben.

Wirklich billig sind die Teile beim schnellen Ali nicht. Allerdings ist der Versand meist enthalten oder recht preiswert. Daher kann man die Bestellungen meist so gestalten, dass man unterhalb der Grenze bleibt, an der Einfuhrumsatzsteuer erhoben wird. Derzeit nach D meines Wissens 22€.

Doppelnoppen-Platte

Nicht selten wünscht man sich eine Platte mit Noppen auf beiden Seiten. Wohl wissend, dass es mit den alten Scharnieren einen Workaround gibt. So sehr, dass der ersehnte Stein sogar eine Fehler 404-Seite ziert.

Dieser Wunsch ist wohl auch in China angekommen. Jedenfalls habe ich dort das entsprechende Teil ordern können.
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Nopenloser 1×2-Stein

Auch das Gegenstück ist im Programm.
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Hellgrau und rot sind gut getroffen. Dunkelgrau und blau wechen deutlicher ab. Und braun passt weder richtig zu dem alten braun, noch zu reddisch brown.
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3×3 Kurvenstein

Die Lücke zwischen den Kurvensteinen in 2×2 und 4×4 wird in Asien geschlossen.
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Leider lassen sich die Steine, anders als die 4×4 nicht um 45° versetzt bauen, um die Stabilität eines Turms zu erhöhen.
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Nachtrag vom 31.12.2016: Inzwischen habe ich auch ein Set aus China erhalten. Natürlich mit interessanten Teilen.

Interessantes aus dem 3D-Drucker

Eine andere Art der Problemlöser habe ich bereits seit ein paar Wochen bei mir liegen. Angeregt durch die Vorstellung der Bundesbahn-Schmalspurlok der Baureihe 251 habe ich mich der wenig zufriedenstellenden Gleissituation für Schmalspurbahnen besonnen und mich beim 3D-Druck-Anbieter Shapeways umgeschaut. In 4 Elementen Spurweite gibt es Original nur Kurven sowie bergauf bzw. bergab führende Geraden. Aber keine ebenen Geraden. Die alten, losen Schienen lassen sich zwar in beliebiger Spurweite anordnen. Aber um die Kurve geht es damit nicht in schmaler Spur. Und beide Gleissysteme lassen sich nur mit Tricks verbinden.

Eine Lösung können Adapterstücke sein, die es bei Shapeways in zwei verschiedenen Ausführungen gibt. Ich habe mir beide bestellt. Bei der Bestellung der erste Wermutstropfen. Beide sind, warum auch immer, nicht in dunkelgrau erhältlich. Also auf schwarz bzw. weiß ausgewichen. dann fallen die Teile auf und gerät nicht in Verdacht den Sündenfall vertuschen zu wollen. So kommt man gleich ins Gespräch.
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Der lange Adapter.
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Der kurze Adapter.

Die Teile sind ob ihrer Oberfläche als 3D-Druck zu erkennen, was sich derzeit wohl noch nicht vermeiden lässt. Da es sich nicht um eine Fassade, sondern um Schienen handelt geht das in Ordnung. Das Verbauen mit Originalteilen ist problemlos möglich. Auch die Rastung zwischen Adapter und Schiene hält gut.

Persönlich finde ich den kurzen Adapter in 1 Noppen Länge (bei mir in weiß) charmant. Beim Einsatz sollte man jedoch bedenken, dass man damit das 16l-Rastermaß verlässt. Daher kann der Einsatz des 8 Noppen langen (bei mir schwarzen) Adaptergleis die bessere Wahl sein.

Mit Hilfe dieser Gleise lässt sich zumindest eine rudimentäre Schmalspuranlage in genäherter Meterspur des Vorbilds realisieren. Vielleicht schaffe ich so endlich den Einstieg in die Welt der LEGO-Eisenbahn, den ich bisher immer gescheut habe.

Wenn man sich in den Katalogen der Druckdienstleiter umschaut entdeckt man so manches weitere, spannende Teil.

The monorail is back!

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The monorail is back! – so wirbt der Anbieter 4DBrix für seine Teile aus dem 3D-Drucker. Dabei wird begehrtes, wie die Gerade oder die Weichenbögen wieder aufgelegt. Aber auch neues, wie ein Verlängerungsschasis oder eine Kreuzung ist bereits erhältlich. Die Kreuzung kommt dabei noch nicht an die Rafinesse des Entwurfs von 1992 heran.
4dbrix_01
Martin (n3t3rb) hatte auf der Fanwelt einige Musterstücke dabei. Die Qualität hat mich beeindruckt. Eingebaut sind die Schienen kaum vom Original zu unterscheiden. Die Farbe passt. Und zumindest die drei Tage Messe-Dauerbetrieb haben die eingebauten Muster ohne erkennbare Spuren von Verschleiß durchgestanden.
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Auch wenn nachgefertigte Produkte dazu beitragen, der Monorail die Aura des raren und seltenen zu nehmen, kann es helfen, Engpässe zu überwinden.
4dbrix_03

Die Zukunft bleibt spannend

Für den hartgesottenen AFOL werden weder Klonprodukte, noch Selbstgedrucktes eine Alternative sein. Für etwas liberaler eingestellte könnten sich über beide Kanäle interessante Möglichkeit sein, bisher unlösbare Probleme zu lösen. Freilich mindern immer mehr Möglichkeiten auch den Reiz, eigentlich unbaubares zu bauen. Der Stolz, eine Lösung zu finden ist dann vielleicht schneller verflogen.